In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und in Bayern hat die Polizei am Dienstagmorgen Razzien durchgeführt. Gegen 6 Uhr morgens wurden demnach zeitgleich Wohnungen und Geschäftsräume von insgesamt 21 Mitgliedern der Rockergruppierung Gremium MC Nomads Bosporus Türkiye durchsucht. Mehr als 400 Beamte, darunter auch Spezialeinheiten, seien im Einsatz gewesen.
Rockergruppierung im Fokus der Ermittlungen
Hintergrund sind Ermittlungen der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg und der Staatsanwaltschaften Stuttgart und Tübingen, die sich gegen Angehörige der Rockergruppierung richten. Schwerpunkt der Aktion sei Baden-Württemberg gewesen. Einen größeren Einsatz gab es demnach in Weil der Stadt (Kreis Böblingen).
"Tatsächlich ist die Gruppierung seit längerer Zeit im Fokus unserer Ermittlungen", sagte der zuständige Einsatzleiter, Kriminaloberrat Michael Weiß. Demnach ginge es um verschiedene Körperverletzungsdelikte sowie weitere Straftaten, die mitunter auch innerhalb der Gruppierung begangen wurden und daher wenig Außenwirkung hatten. "Dennoch sind es Straftaten, die wir konsequent und vollumfänglich aufklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen werden", so Weiß.
Polizei: "Machtdemonstrationen dulden wir nicht"
Laut Polizei verstößt die Rockergruppierung auch mit ihren Auftritten in sozialen Medien gegen das Gesetz. Dort seien immer wieder Bilder und Videos zu sehen, auf denen das verbotene Abzeichen des Gremium MC zur Schau gestellt werde oder Schusswaffen in der Öffentlichkeit präsentiert würden.
"Derartige Machtdemonstrationen dulden wir nicht. Es geht hier nicht um Kleinigkeiten: Wer das sogenannte 'Kuttenverbot' missachtet und gegen das Waffengesetz verstößt, setzt sich über geltendes Recht hinweg und begeht Straftaten", sagte der Leiter des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Thomas Wild.
Polizei beschlagnahmt verbotene Kutten, Waffen und Medikamente
Bei den Razzien wurden unter anderem verbotene Kutten, Waffen, Drogen und Medikamente sichergestellt. In der Wohnung eines 44-Jährigen fanden die Ermittler zudem eine mutmaßlich scharfe Schusswaffe. Der Mann wurde festgenommen und sitzt derzeit in Untersuchungshaft.
Auch die Landkreise Ludwigsburg, Esslingen, Calw, Rastatt, Göppingen, Rottweil sowie der Ostalbkreis und Stuttgart waren betroffen. An der Aktion waren teilweise auch Spezialeinheiten beteiligt. In Bayern gab es einen Einsatz im Großraum München, in Rheinland-Pfalz im Raum Germersheim.
Innenminister Strobl spricht von "Schlag gegen organisierte Kriminalität"
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) lobte die Einsatzkräfte. "Meine Anerkennung gilt allen beteiligten Ermittlerinnen und Ermittlern für ihr sehr intensives, strukturiertes und unnachgiebiges Vorgehen", so Strobl.
Den Sicherheitsbehörden sei ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. "Wir verfolgen hier eine Null-Toleranz-Strategie, wir gehen frühzeitig und konsequent gegen kriminelle Gruppierungen vor und ahnden Verstöße konsequent", betonte der Innenminister.