In Stuttgart haben am Samstag zahlreiche Menschen an der Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) teilgenommen. Die Teilnehmenden forderten gleiche Rechte für queere Menschen und demonstrierten gegen Hass. Eine offizielle Zahl der Teilnehmenden lag zunächst nicht vor. Nach Angaben des Veranstalters hatten sich 2025 mehr als 15.000 Menschen beteiligt.
CSD Stuttgart: So groß wie nur wenig andere
Fast 160 Gruppen nahmen an dem Demonstrationszug teil. Damit zählt er zu den fünf größten dieser Art in Deutschland. Beteiligt waren auch zahlreiche Vereine, Initiativen, Parteien und Unternehmen aus der Region.
Vom Coming-out zur Vorbildrolle Queer und bei der Polizei: Karen Seiter will, dass alle Straftaten angezeigt werden können - ohne Angst
Karen Seiter ist homosexuell und arbeitet bei der Polizei in Ludwigsburg. Als Ansprechperson für gleichgeschlechtliche Lebensweisen geht es ihr vor allem um zwei Punkte.
Die Demonstration begann um 14 Uhr in der Rotebühlstraße am Feuersee. Der Zug führte über den Rotebühlplatz und die Eberhardstraße durch die Markt- und Münzstraße bis zum Karlsplatz. Die Kundgebung endete um 17 Uhr am Schlossplatz.
Viele Events bei "Stuttgart Pride"
Der Christopher Street Day in Stuttgart, auch "Stuttgart Pride" genannt, hatte bereits mit dem Rathausempfang am 11. Juli begonnen. Derzeit laufen die CSD-Kulturwochen mit zahlreichen Veranstaltungen. Dazu werden mehrere Hunderttausend Menschen erwartet.
CSD-Hocketse: Großes Straßenfest in Stuttgart
Noch bis einschließlich Sonntag läuft außerdem die sogenannte CSD-Hocketse. Der Veranstalter bezeichnet sie als das vermutlich größte queere Straßenfest in Baden-Württemberg. Auf der Bühne vor dem Stuttgarter Rathaus treten unter anderem queere Künstlerinnen und Künstler, Musical-Ensembles und Drag-Acts auf.
Die Polizei war nach eigenen Angaben mit mehreren hundert Einsatzkräften in der Innenstadt präsent. Insgesamt seien zwölf Straftaten aufgenommen worden. Dabei handelte es sich laut Polizei meist um Körperverletzungsdelikte und Beleidigungen. Kurzzeitig hätten zudem fünf bis zehn Personen - mutmaßlich aus dem "linken Spektrum" - einen Wagen der CDU blockiert, teilte die Polizei mit. Ordner hatten die Blockade laut Polizei bereits vor Eintreffen der Einsatzkräfte aufgelöst, die Tatverdächtigen verschwanden in der Menge. Die Hocketse am Abend wurde laut Augenzeugen zudem kurzzeitig gestört, weil ein Mann auf das Schillerdenkmal auf dem Schillerplatz geklettert war. Er sei von der Polizei abgeführt worden.
"Ohne uns kein Wir. Füreinander laut, miteinander stark" CSD-Verein in Stuttgart feiert mit Parade und Kulturwochen 25 Jahre Jubiläum
Schon im vergangenen Jahr kamen mehrere hunderttausend Menschen in die Landeshauptstadt, um das queere Leben zu feiern. Doch auch politische Forderungen gehören zum Event.