Zum Wochenstart und Schulanfang müssen Pendler und Schüler in mehreren Orten von Baden-Württemberg mit massiven Behinderungen auf ihrem Weg zum Arbeitsplatz oder zur Schule rechnen. Die Gewerkschaft ver.di hat erneut zu zweitätigen Warnstreiks bei der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) aufgerufen. Seit Montagmorgen stehen die Busse in den Depots. Die Beschäftigten sind auch für Dienstag zu befristeten Arbeitsniederlegungen aufgerufen.
Unternehmen hält Warnstreiks für verantwortungslos
Die SWEG kritisiert den Streikaufruf als unverhältnismäßig und verantwortungslos. "Ver.di bringt eine unnötige Schärfe in die laufenden Verhandlungen, und das auch noch zum Schulbeginn", hatte Konzerngeschäftsführer Thilo Grabo in Lahr erklärt. Bereits in der vergangenen Woche hatte ver.di SWEG-Busse bestreikt.
Ver.di-Verhandlungsführerin Friederike DeCoite sagte, die SWEG zwinge die Gewerkschaft mit ihrem Verhalten, den Busbetrieb auch zum Schulstart zu bestreiken. "Seit Monaten warten wir auf eine Reaktion auf unsere Forderung nach Schutz für die Fahrerinnen und Fahrer bei Kündigungen aufgrund von Ausschreibungen."
Warnstreik wurde fünf Tage vorher angekündigt
Auch diesen Warnstreik habe man bewusst fünf Tage vorher angekündigt, um Eltern und ihren Kindern Zeit für die Planung von Alternativen zu geben, und um der SWEG die Chance zu bieten, mit einem Entgegenkommen die Arbeitsniederlegungen noch zu verhindern. Leider habe es keine Reaktion gegeben, so DeCoite.
Tarifverhandlungen zwischen SWEG und Verdi stocken
Betroffen von dem Warnstreik sind nach Unternehmensangaben erneut die Standorte Weil am Rhein, Müllheim, Endingen, Emmendingen, Lahr, Offenburg, Schutterwald, Kehl, Gammertingen, Wiesloch, Sinsheim, Dörzbach und Lauda-Königshofen. Es sei in diesen Verkehrsgebieten mit erheblichen Fahrtausfällen im SWEG-Busverkehr zu rechnen.
Betroffen sei auch der Schulbusverkehr der SWEG - dieser werde voraussichtlich vollständig ausfallen. "Eine Ersatzbeförderung für die Fahrgäste ist leider nicht möglich", teilte die SWEG mit. Grund für die Warnstreiks sind laut Ver.di stockende Tarifverhandlungen. Bundesweit werde über höhere Entgelte im Eisenbahntarifvertrag verhandelt.