Wunsch vieler Menschen nach Schnee an den Feiertagen

Meteorologen geben Prognose ab: 2025 endlich mal wieder Weiße Weihnachten im Land?

Schnee an Weihnachten? In den meisten Regionen Baden-Württembergs war das in den vergangenen Jahren eher mehr Wunsch statt Wirklichkeit. Und 2025? Experten geben eine Einschätzung.

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Alle Jahre wieder wächst in Baden-Württemberg die leise Hoffnung, dass Weihnachten doch ein paar Flocken Schnee vom Himmel segeln. Die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) schauen inzwischen ganz genau auf ihre Modelle. Und die liefern ein Bild, das eher mit Realität als mit Romantik zu tun hat. Denn die Chancen auf weiße Weihnachten 2025 stehen schlecht.

Meteorologe Uwe Schickedanz macht wenig Hoffnung. Der DWD kann die kommenden fünf bis sieben Tage überblicken, maximal sind es eineinhalb Wochen. "Aber wir sehen da bis kurz vor Weihnachten überhaupt keinen Wintereinbruch", so der Experte. Im Gegenteil: "Die Chance auf weiße Weihnachten ist mit dem, was wir dieser Tage an Wetter bekommen, tendenziell noch etwas geringer geworden."

Weiße Weihnachten 2025: Wo die Chancen auf Schnee gut sind - und wo nicht

Die Meteorologen bemühen vor allem die Statistik. Wobei die Zahlen durch Klimawandel auch ordentlich durcheinander gebracht werden könnten, erklärt Schickedanz. Eine ordentliche Schlittenfahrt wird demnach in den Niederungen kaum möglich sein, die Chancen liegen in Städten wie Karlsruhe, Stuttgart und Mannheim unter drei Prozent. In mittleren Berglagen, also etwa auf der Schwäbischen Alb, in den mittleren Schwarzwaldlagen oder den Hochlagen des Odenwalds steigen sie statistisch auf 20 bis 40 Prozent, in den Hochlagen des Schwarzwalds auf bis zu 70 Prozent.

Woher die so großen Unterschiede kommen? In Baden-Württemberg entscheidet vor allem die Höhenlage über die Schneewahrscheinlichkeit: Tiefer gelegene Gebiete haben deutlich schlechtere Chancen auf Schnee an Weihnachten. Deshalb sind Städte wie Stuttgart, Ulm oder Reutlingen häufiger von Schnee bedeckt als die badischen Großstädte Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg. Ein flächendeckend weißes Weihnachtsfest erlebte das ganze Land zuletzt 1986 und 2010.

Für SWR-Wetterexperte Michael Kost geht die Debatte um weiße Weihnachten auch mit einem schiefen Blick auf die Vergangenheit einher. Laut Kost spielt das menschliche Gedächtnis den Leuten in Baden-Württemberg in diesem Punkt gerne einen Streich. In den meisten Regionen im Land sei Schnee an den Feiertagen nie wirklich typisch gewesen, da der Dezember zu sehr von Warm- und Kaltluftschwankungen beherrscht wird. "Ich bin früher zur Familie auf die Alb gefahren - da war natürlich Schnee", so Kost. Aber das "berühmte Dezember-Tauwetter" habe es auch damals schon gegeben.

Schnee an Weihnachten: Gibt es überhaupt schneesichere Orte?

Selbst der Feldberg, immerhin mit fast 1.500 Metern der höchste Gipfel des Schwarzwaldes, garantiert keine weiße Weihnacht mehr. "Wir hatten Ende November über einen halben Meter Schnee auf dem Feldberg. Und selbst dieser Schnee ist bis auf ein paar traurige Reste schon wieder weg", sagt Schickedanz. Im Nordschwarzwald bietet Freudenstadt statistisch die höchste Schneesicherheit an Weihnachten, auf der Schwäbischen Alb ist es der kleine Wintersportort Westerheim.

Dass der Klimawandel die Entwicklung beeinflusst, da sind sich die Meteorologen einig. In Baden-Württemberg sei die Temperatur in den vergangenen 60 Jahren um rund 2 Grad gestiegen - allerdings seien das 2 Grad, die für einen Schneefall um 0 Grad entscheidend sein können. "Das heißt, der Klimawandel spielt eine entscheidende Rolle", sagt Schickedanz. "Weiße Weihnachten sind durch den Klimawandel in weiten Regionen des Landes deutlich unwahrscheinlicher geworden. Und sie werden künftig noch unwahrscheinlicher werden." Auch SWR-Wetterexperte Michael Kost betont, dass die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten aufgrund des Klimawandels "mit Sicherheit weiter gesunken" ist. Im Schwarzwald oder im Allgäu würde man das auch durchaus merken - aber die Mehrheit der Menschen wohne nun mal in den großen Städten und nicht im Gebirge, daher nehme sie das dort auch anders wahr.

Nach einer Studie bewirkt der Klimawandel, dass es in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland im Durchschnitt jeweils 18 Wintertage mit Mindesttemperaturen über null Grad mehr gab als in einer Welt ohne Klimawandel. "Laut unserer Analyse gehört Deutschland zu den zehn Ländern, die am stärksten vom Verlust kalter Wintertage betroffen sind", sagt Kristina Dahl, Vizepräsidentin und wissenschaftliche Leitung bei der gemeinnützigen US-Organisation Climate Central in Princeton.

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SWR

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