Allein 34 Höhenretter im Einsatz

Oben im Windrad: Mitarbeiter hat Bandscheibenvorfall in 170 Metern Höhe

Auf einem Windrad bei Bad Wildbad gerät ein Monteur in medizinische Not. Höhenretter kämpfen in 170 Metern Höhe um seine sichere Bergung. Die Herausforderungen sind groß.

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Von Autor/in Cornelia Stenull

Auf einem Windrad bei Bad Wildbad (Kreis Calw) hat es am Montagmittag auf 170 Metern Höhe einen medizinischen Notfall gegeben. Ein Mitarbeiter erlitt oben in der Servicekanzel einen Bandscheibenvorfall und konnte sich nicht mehr bewegen. Sein Notruf sei gegen 11:40 Uhr eingetroffen, so Steffi Stocker, Pressesprecherin des Kreisfeuerwehrverbands Calw.

Rettungsaktion auf Windrad in 170 Metern Höhe

Dann sei eine große Rettungsaktion in Gang gesetzt worden, bei der rund 50 Einsatzkräfte beteiligt waren - davon allein 34 Höhenretter. Denn sowohl das Rettungsteam am Boden als auch das Team mit Patient oben an der Kanzel im Windrad musste mit Seilen gesichert werden, erklärte Stocker, die ebenfalls vor Ort war.

Eine Schwierigkeit bei dem Einsatz sei der Wind gewesen. Mit Hilfe von Apps kontrollierte das Rettungsteam während des Einsatzes die Windgeschwindigkeiten, um einen guten Moment für ein sicheres Abseilen zu erwischen.

Abseilen aus 170 Metern Höhe: Patient mit Bandscheibenvorfall wird gemeinsam mit Höhenretter aus der Servicekanzel des Windrades in Bad Wildbad nach unten gebracht.
Abseilen aus 170 Metern Höhe: Patient mit Bandscheibenvorfall wird gemeinsam mit Höhenretter aus der Servicekanzel des Windrades in Bad Wildbad nach unten gebracht. Pressestelle Kreisfeuerwehrverband Calw

Patient mit Bandscheibenvorfall muss senkrecht gestellt werden

Die größte Herausforderung bestand laut der Sprecherin des Kreisfeuerwehrverbands darin, den 36-Jahre alten Mann durch die sehr enge Luke an der Unterseite der Servicekanzel zu bekommen. Dafür musste der Bandscheiben-Patient, der an einer speziellen Schleifkorbtrage festgebunden war, senkrecht gestellt werden. Auch ein Mitarbeiter der Höhenrettung war an dieser Korbtrage "festgebunden". So sei der Höhenretter immer in der Nähe des Patienten gewesen und konnte mit ihm sprechen. Dann wurde dieses Zweier-Team Meter für Meter vom Windrad abgeseilt.

So eine Schleifkorbtrage sei auch bei einer Bergrettung regelmäßig im Einsatz, weil sie dank einer speziellen Kunststoff-Metall-Mischung sehr robust sei und die zu rettenden Personen sicher befestigt werden könne, erklärt Stocker.

Bandscheiben-Patient wird in einer Schleifkorbtrage aus der Kanzel des Windrades abgeseilt. Ein Höhenretter ist immer an seiner Seite.
Bandscheiben-Patient wird in einer Schleifkorbtrage aus der Kanzel des Windrades abgeseilt. Ein Höhenretter ist immer an seiner Seite. Pressestelle Kreisfeuerwehrverband Calw

Feuerwehr trainiert Rettungseinsätze an Windrädern

Der Rettungseinsatz am Windrad in Bad Wildbad dauerte rund zwei Stunden, was für die gegebenen Umstände recht schnell gewesen sei, ordnete die Sprecherin des Kreisfeuerwehrverbands Calw die Aktion ein. Das hänge auch damit zusammen, dass Rettungseinsätze an Windrädern von den Feuerwehren regelmäßig trainiert würden.

Der Monteur, der während seiner Bergung immer ansprechbar gewesen sei, werde jetzt in einer Calwer Klinik behandelt.

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Cornelia Stenull
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