In Baden-Württemberg sind in diesem Sommer bereits so viele Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben wie in den letzten zehn Jahren nicht. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es bis zum 19. Juli 1.870 Hitzetote im Land.
Rekordwert an Hitzetoten
Dabei handelt es sich der Auswertung zufolge um einen Rekordwert für die vergangenen zehn Jahre. Ähnlich hohe Zahlen von Hitzetoten erfasste das RKI bislang nicht. Im ebenfalls sehr heißen und trockenen Jahr 2018 starben demnach bis zum gleichen Zeitpunkt 1.260 Menschen an den Folgen von Hitze. 2022 lag der Wert bei 1.150 Toten, im vergangenen Jahr bei 910. Besonders stark betroffen sind laut RKI ältere Menschen über 75 Jahren.
Mehr Hitzetote nur in Nordrhein-Westfalen
Mehr Hitzetote gab es der Auswertung zufolge in diesem Jahr bislang nur in Nordrhein-Westfalen. Dort weist das RKI 2.270 Hitzetote aus. Mit Blick auf die Einwohnerzahlen starben in Baden-Württemberg aber mehr Menschen als in Nordrhein-Westfalen. Auf 100.000 Einwohner gerechnet, starben in Baden-Württemberg 16,6 Menschen an den Folgen von Hitze. Eine höhere Quote gibt es nur im Saarland (33,0), in Rheinland-Pfalz (29,8) und in Hessen (21,5).
Mehr Schutz für Patienten gefordert
Patientenschützer fordern von der Politik wirksame Schutzmaßnahmen. "Es kann nicht sein, dass bei hunderten Milliarden Euro zusätzlicher Schulden durch Sondervermögen kein Geld für den Patientenschutz da ist", sagte Eugen Brych, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Es brauche 30 Milliarden Euro für Pflegeheime und Krankenhäuser. Zudem müssten Schutzvorkehrungen in den Ländern im Baurecht verankert werden.
RKI: Bundesweit fast 10.000 Hitzetote
Bundesweit geht das RKI von bislang 9.800 hitzebedingten Sterbefällen in diesem Jahr aus. Dazu zählen Fälle, in denen die Hitzeeinwirkung - etwa bei einem Hitzeschlag - den Tod unmittelbar ausgelöst hat. In den meisten Fällen führe jedoch eine Kombination aus Vorerkrankungen und Hitze zum Tod, hieß es. Auf dem Totenschein werde zumeist nicht die Hitze als Todesursache vermerkt. Daher stellt das RKI statistische Berechnungen zu den Hitzetoten an. Die Schätzung basiert unter anderem auf dem Monitoring der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes und Daten des Deutschen Wetterdienstes.