Heiße Tage, heiße Zimmer?

Wie bekomme ich meine Wohnung bei der Hitze gekühlt? Wissenschaftler gibt Tipps für den Alltag

Wer keine Klimaanlage hat, der muss dieser Tage schwitzen. Michael Wengert von der Hochschule Biberach gibt Tipps, wie das Raumklima ohne teure Technik erträglicher werden kann.

Teilen

Stand

Von Autor/in Johannes Riedel

Bei über 30 Grad Hitze draußen leiden viele Menschen unter hohen Temperaturen in den eigenen vier Wänden. Besonders schlimm kann es in Dachwohnungen und -zimmern sein.

Michael Wengert, Professor für Konzeption und Planung nachhaltiger Gebäude und transformativer Gebäudetechnik an der Hochschule Biberach, ist auf Fragen des Raumklimas spezialisiert. Er hat gegenüber dem SWR Tipps gegeben, wie heiße Tage drinnen etwas erträglicher werden können.

Michael Wengert von der Hochschule Biberach.
Michael Wengert ist Professor für Konzeption und Planung nachhaltiger Gebäude und transformativer Gebäudetechnik an der Hochschule Biberach.

Zehn Grad zwischen Dach und Keller

Prinzipiell solle man in den kühlsten Räumen schlafen, notfalls auch auf einem Notlager im Keller. Denn zwischen Dach- und Untergeschoss könnten bis zu zehn Grad Temperaturunterschied herrschen. Wer ausgeschlafen ist, vertrage tags darauf hohe Temperaturen besser. Außerdem gebe es "Hausmittelchen" auch für die, die eine Etagenwohnung haben.

Nachts auf Durchzug

Nachts durchlüften sei das A und O, rät Wengert. Und sobald es morgens wieder wärmer wird, sei es sinnvoll, die eigenen vier Wände hermetisch abzudunkeln und abzuriegeln: Fenster zu und Rollläden davor runter. Fenster von außen abzuschirmen sei wichtig. Wo kein Rollladen ist, könne man ein Handtuch vors Fenster klemmen. 

Ein Ventilator kann die gefühlte Temperatur allein durch die Luftbewegung laut Wengert um zwei bis drei Grad senken. Eiswürfel in einer Schüssel davor hätten einen zusätzlichen Kühleffekt. Außerdem rät er, auf einen Wäschetrockner zu verzichten und einen guten alten Wäscheständer zu verwenden: Wenn die Feuchtigkeit verdunstet, entstünde auch etwas Kühlung.

Nasse Wäsche nicht in den Trockner werfen, sondern in der Wohnung trocknen lassen. Die Verdunstung bringt auch ein bisschen was.

Kühles Ende heißer Tage

Einen heißen Tag solle man nach Möglichkeit im Grünen ausklingen lassen. Am besten bei einem kühlen Getränk und vielleicht gemeinsam mit anderen Hitzebetroffenen, sagt der Professor der Hochschule Biberach. Dann könne man sich austauschen: geteiltes Leid sei halbes Leid.

Radolfzell/Lindau

Hitze und Trockenheit sorgen für Probleme Verdacht bestätigt: Blaualgen im Bodensee vor Lindau

Das Gesundheitsamt Lindau rät weiterhin davon ab, im Kleinen See zu baden - wegen Blaualgen. Woanders am See macht die Trockenheit Bootsbesitzern zu schaffen.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Friedrichshafen

Temperaturen über 30 Grad Gefährliche Hitze: Pflegeheime wollen ihre Bewohner schützen

Die Hitze bestimmt aktuell den Alltag der meisten Menschen. Am Bodensee und in Oberschwaben wappnen sich auch Pflege- und Seniorenheime - denn dort ist die Gefahr besonders groß.

Tettnang

Bäche, Flüsse und Seen weiter tabu Wasserentnahmeverbote verlängert: Obst- und Hopfenbauern sorgen sich um ihre Ernte

In den Kreisen Biberach, Ravensburg und im Bodenseekreis darf weiterhin kein Wasser aus Bächen und Flüssen entnommen werden. Obst - und Hopfenbauern macht das Sorgen.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Johannes Riedel
SWR-Redakteur Johannes Riedel Autor Bild

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!