Stelllenabbau über "Freiwilligkeit"

Mercedes startet neues Abfindungsprogramm

Der Autobauer Mercedes-Benz will ab Dezember das erst im Frühjahr abgeschlossene Abfindungsprogramm für Beschäftigte außerhalb der Produktion wieder auflegen.

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Mercedes-Benz legt sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland neu auf. Das Programm starte voraussichtlich im Dezember, teilte der Autobauer in Stuttgart mit. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Mercedes habe bereits mit seinem Sparprogramm wichtige Schritte eingeleitet, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen.

Wer bekommt eine Abfindung?

Um die erforderlichen strukturellen Anpassungen weiterhin verantwortungsvoll und sozialverträglich gestalten zu können, werde das Abfindungsprogramm in den indirekten Bereichen - also etwa Verwaltung, Entwicklung und Produktionsplanung - wiederbelebt. Tarifbeschäftigte und erstmals auch leitende Führungskräfte sollen ein Angebot erhalten, bestätigte Mercedes-Benz gegenüber dem SWR. Die unmittelbare Produktion sei nicht betroffen.

Wie schon beim bisherigen Programm gilt die doppelte Freiwilligkeit: Sowohl die Beschäftigten als auch Mercedes müssen einem Ausscheiden zustimmen. Die Konditionen sollen sich am vorherigen Programm orientieren. Damals schieden nach Medienberichten rund 5.500 Beschäftigte aus, teilweise gegen Abfindungen von mehreren Hunderttausend Euro. Mercedes begründet die Neuauflage des Abfindungsprogramms mit dem schlecht laufenden Geschäft in China - das werde nicht durch das besser laufende Geschäft in anderen Regionen kompensiert. Wie viele Stellen mit dem neuen Programm abgebaut werden sollen, teilt Mercedes bisher nicht mit.

Wie steht es um Mercedes-Benz?

Der Konzern beschäftigt in Deutschland 108.000 Männer und Frauen. Mercedes-Benz will zudem die Arbeitskosten in Deutschland senken, um wettbewerbsfähiger zu werden. Mercedes-Produktionsvorstand Michael Schiebe hatte die Schließung von zwei Werken in Deutschland angedroht, wenn die Kosten in Deutschland nicht reduziert werden. Zuletzt hatte es gegen die Pläne des Managements immer wieder Protestaktionen gegeben.

Bei Mercedes läuft es schon länger nicht mehr rund. 2025 war der Gewinn um knapp die Hälfte von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen, nachdem er bereits 2024 um 28,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen war.  Mercedes-Benz hatte im zweiten Quartal dieses Jahres seit Langem wieder einen Zuwachs beim Konzerngewinn verzeichnet, doch das schwache China-Geschäft zog die Pkw-Sparte nach unten. Der Gewinn von Mercedes stieg im zweiten Quartal dieses Jahres um 13,5 Prozent. Von April bis Juni kletterte das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 957 Millionen Euro auf rund 1,09 Milliarden Euro.

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SWR

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