Die Ziegelhäuser Brücke zwischen den Heidelberger Stadtteilen Ziegelhausen und Schlierbach muss neu gebaut werden. Sie ist marode, seit Jahren gilt dort Tempo 30 und ein Verbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Seit Montag (21. Juli) ist die Ziegelhäuser Brücke gesperrt - für eine Bauwerksbeprobung. Diese soll zeigen, ob die Brücke wie geplant noch eine Weile weiter betrieben werden kann.
Der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss des Gemeinderats hatte Anfang Juli vier Planungsvarianten vorgestellt. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie Radfahrer und Fußgänger künftig über die Ziegelhäuser Brücke kommen. Am Donnerstagabend hat der Heidelberger Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause über den Neubau entschieden.
Zwei Fahrspuren bleiben, Radverkehr bekommt eigenen Steg
Die bestehende Brücke soll höchstens 2029 abgerissen werden. Die neue Brücke soll, wie in Variante drei vorgesehen, schmaler als das bisherige Bauwerk werden. Geplant ist, dass Autos nach dem Neubau wie bisher auf einer Spur je Richtung den Neckar überqueren können. In Fahrtrichtung Schlierbach ist parallel zur Fahrbahn ein Fußweg vorgesehen.
Vor dem Abriss soll parallel zur Brücke auf der östlichen Seite, also in Richtung Neckartal, ein separater Steg für den Radverkehr errichtet werden. Während des Neubaus der Ziegelhäuser Brücke soll er Fußgängern und Radfahrern zwischen Schlierbach und Ziegelhausen ermöglichen, den Neckar ohne Umwege zu überqueren. Auf der Ziegelhäuser Seite ist geplant, den Radverkehr über eine Rampe auf den geplanten Steg zu führen. Die voraussichtlichen Gesamtkosten des Neubaus seien laut Stadt im Moment unter anderem aufgrund der schwankenden Preise für Baumaterial nicht sicher zu prognostizieren.
Die Stadt hatte sich für die beschlossene dritte Variante ausgesprochen: "So können wir zumindest das Angebot für diejenigen aufrechterhalten, für die es sonst besonders schmerzhaft würde", sagte Baubürgermeister Jürgen Odszuck (CDU) dem SWR mit Blick auf den geplanten Fahrradsteg.
Drei weitere mögliche Brückenneubau-Varianten im Heidelberger Gemeinderat
Variante zwei sah ein ähnliches Konzept vor, nur dass der Steg auf der anderen Brückenseite gebaut würde. Variante eins sah eine breitere Brücke vor, um den Rad- und Fußweg wie bisher auf der Brücke zu integrieren. Allerdings hätte es dann für die Dauer des Neubaus keine direkte Verbindung mehr zwischen Schlierbach und Ziegelhausen gegeben. Dasselbe hätte auch für Variante vier gegolten, die wohl auch noch am teuersten gewesen wäre. Die wäre dann sogar ohne Stützpfeiler ausgekommen - ein großes Plus zwar für den Schiffsverkehr, sagt das Wasser- und Schifffahrtsamt. Der Stadt war das allerdings zu teuer.
Ziegelhäuser Brücke wegen Prüfung gesperrt
Für Autofahrer wird die Brücke für die Dauer des Neubaus gesperrt sein. Derzeit ist die Brücke bis Samstagnachmittag (26. Juli) gesperrt. Ursprünglich war die Sperrung der Brücke bis Sonntag (3. August) geplant. Die Stadt möchte herausfinden, ob sie wie geplant bis spätestens 2029 weiter genutzt werden kann. Konkret geht es um die Frage, ob die Stahlseile, die in die Brücke einbetoniert sind und ihre Tragkraft garantieren, noch intakt sind. Erst danach könnte das Neubau-Projekt starten.
Zukunft der Ziegelhäuser Brücke bis 2029 gesichert?
Nach einer ersten Prüfung ist das Zwischenfazit von Jürgen Odszuck optimistisch. Zwar sei die Brücke insgesamt nach wie vor in "gar keinem guten Zustand". Aber: "Die Spannglieder sehen sehr gut aus", sagte der Bürgermeister bei einer Begehung der Baustelle am Mittwoch, "viel besser als erwartet". Sollte sich dieser erste Eindruck in den kommenden Tagen bestätigen, könne man die Brücke wie geplant noch weitere vier Jahre eingeschränkt nutzen. Man werde sie aber weiterhin alle sechs Monate untersuchen, so Odszuck weiter.