Es ist eines der größten Straßen-Sanierungsprojekte, die Heidelberg in den vergangenen Jahren stemmen musste: die Generalsanierung der Dossenheimer Landstraße im Stadtteil Handschuhsheim. Am Mittwoch beginnt laut der Rhein-Neckar Verkehr GmbH (rnv) die letzte Bauphase und im Oktober sollen die Arbeiten an der Hauptverkehrsachse im Norden der Stadt beendet sein. Anwohner, Gewerbetreibende und Stadtteilbesucher fangen an, aufzuatmen. Denn die Belastungen und Einschränkungen seit März 2024 waren enorm. "Es wird Zeit" sagen so gut wie alle, die die Baustelle miterlebt haben.
Letzte Bauphase: Zwei Wochen lang fahren wieder Busse statt Straßenbahnen
Mit dem Start der sechsten und letzten Bauphase fahren auf der Dossenheimer Landstraße - wie schon einige Male zuvor - statt Straßenbahnen Busse. Ungefähr zwei Wochen lang, bis die neue Baustelle eingerichtet ist. Ende August beginnen dann zum letzten Mal Arbeiten auf der Westseite der Dossenheimer Landstraße. Unter anderem wird der Gehweg erneuert und die Haltestelle "Burgstraße" zu Ende gebaut.
Dossenheimer Landstraße: Verkehrseinschränkungen, Umleitungen, Lärm
Seit rund zweieinhalb Jahren ist die Dossenheimer Landstraße nur noch in eine Richtung - stadtauswärts - befahrbar. Der Verkehr stadteinwärts wird über Seitenstraßen umgeleitet. Das bedeutet vor allem für Anwohner und Gewerbetreibende erhebliche Belastungen. Es gab ständig wechselnde Umleitungen, Lärmbelästigungen und viele Geschäfte waren nur noch schlecht erreichbar.
Diese Baustelle sei "sehr anstrengend", so eine Anwohnerin gegenüber dem SWR. Und eine weitere Anwohnerin geht noch weiter: "Es ist eine schreckliche Zeit gewesen, vor allem für ältere Leute". Gleichzeitig sehen viele ein, dass die Maßnahme nötig war. Der Teil, der schon fertig ist, sehe sehr schön aus, stellt eine Handschuhsheimerin fest: "Es hat sich gelohnt, jetzt hoffen wir, dass das hier noch fertig wird, und dann ist gut."
Gemeinschaftsprojekt von rnv und Stadt Heidelberg im Zeitplan
Die Sanierung der Dossenheimer Landstraße ist ein Gemeinschaftsprojekt der rnv und der Stadt Heidelberg. Bei den Arbeiten wurde und wird so gut wie alles erneuert: von Abwasser- und Versorgungsleitungen, über die Gleis- und Leitungsanlagen bis hin zu den Radwegen und Straßenbelägen. Die Maßnahme liege im Zeitplan, so die rnv. Die Gesamtkosten liegen bei rund 50 Millionen Euro. Das Land übernimmt davon rund 20 Millionen Euro.
Restarbeiten im Winter, gefeiert wird am 23. Oktober
Was nach der Straßensanierung noch ansteht, sind Baum- und Beetpflanzungen. So ganz verstehe sie nicht, dass Teile der Straße dann noch mal zur Baustelle werden, meint Anne Genthner vom gleichnamigen Raumausstattungsunternehmen in der Dossenheimer Landstraße. "Das wäre schön gewesen, wenn man das nicht macht, denn wird dachten, dass wir es jetzt geschafft haben. Aber im Großen und Ganzen sind wir dankbar, dass jetzt hoffentlich bald alles läuft."
Eine Bilanz, wie die Laden- und Geschäftsbetreiber durch die Baustellenzeit gekommen sind, steht noch aus. Einige Geschäfte sind verschwunden, andere haben allerdings auch aufgemacht. Was aber fest steht: Am 23. Oktober soll gefeiert werden - und zwar ein großes Straßen- und Baustellenabschlussfest.