Nachdem Mitte Mai drei Polizeibeamte in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) bei einer Kontrolle in der Innenstadt auf einen Mann geschossen hatten, hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg das Ermittlungsverfahren gegen die Polizisten jetzt eingestellt. Das teilte die Behörde am Freitag mit. "Den beteiligten Beamten ist kein Vorwurf zu machen", so die Staatsanwaltschaft. Grundlage dieser Entscheidung war der Behörde zufolge vor allem die Analyse der Videoaufzeichnungen vom Tag der Kontrolle, "die das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln zeigten". Darunter waren auch Bodycam-Aufnahmen der Beamten.
Einsatz in Walldorf: "Alles versucht, um Schussabgabe zu verhindern"
Laut Staatsanwaltschaft kamen die Dienstwaffen erst zum Einsatz, als sich der bewaffnete Mann den Beamten "schnellen Schrittes und mit erhobenem Messer" genähert hatte. Zuvor hatten die Polizisten erfolglos Warnschüsse abgegeben und Pfefferspray eingesetzt. Sie hatten "im Ergebnis alles versucht, um die Schussabgabe zu verhindern". Der 20-Jährige war durch die Schüsse schwer verletzt worden.
Was war bei der Kontrolle in Walldorf passiert?
Die Beamten hatten den 20-Jährigen nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) im Rahmen einer Verkehrskontrolle gestoppt. Dieser hatte allerdings mit seinem Auto plötzlich beschleunigt und war geflüchtet, bis er schließlich verkehrsbedingt zum Stehen kam. Beim Aussteigen soll er das Messer in der Hand gehalten haben. Laut LKA ließ sich der Fahrer nicht überzeugen, die Waffe wegzulegen. Der Autofahrer wurde nach den Schüssen ins Krankenhaus gebracht. Mittlerweile, so die Staatsanwaltschaft, sei der Mann aber wieder entlassen worden.