Um künftig verlustarmen Gleichstrom aus Windkraft- oder Photovoltaikanlagen zwischen Nord und Süd zu transportieren, entsteht das Projekt Ultranet. Es beinhaltet eine Trasse, die aus Bestandsleitungen und Neubauten zusammengesetzt wird. Zudem sind sogenannte Konverter errichtet worden - also Anlagen, die an den Enden der Trasse den Gleichstrom wieder in Wechselstrom umwandeln, sodass er steckdosentauglich ist. Einer dieser Konverter steht auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks in Philippsburg (Kreis Karlsruhe). Das Gesamtvorhaben soll laut Betreiber wie geplant im Jahr 2026 fertiggestellt werden.
Mannheim: Ultranet-Trasse quert den Rangierbahnhof
Bei Mannheim quert das Projekt den Rangierbahnhof, der zu den größten Europas zählt. Um den laufenden Zugbetrieb nicht zu gefährden, wurde ein 27 Meter hohes und 47 Meter breites Gerüst aufgestellt. Es soll dafür sorgen, dass keine Bauteile auf die Gleise fallen können. Die Leitungen müssen über 37 Bahngleise gespannt werden - eine unterirdische Verlegung wäre laut TransnetBW dennoch deutlich aufwändiger gewesen. Die Freileitung sei beim gesamten Projekt deutlich kostengünstiger und technisch einfacher umsetzbar als ein Bodenkabel, sagt der zuständige Projektleiter Klaus Kaufmann.
Insgesamt erreicht die Ultranet-Trasse eine Länge von 340 Kilometern. Davon werden 42 Kilometer zwischen Mannheim-Wallstadt und Philippsburg von TransnetBW betrieben. Der größte Teil dieses Abschnitts wird durch bestehende Masten abgedeckt. Dennoch müssen Masten aus insgesamt 5.500 Tonnen Stahl neu errichtet werden. Ultranet wird in Zukunft an eine weitere Trasse gekoppelt, die bis an die Nordseeküste reicht - so kann die Windenergie vom Meer bis nach Baden-Württemberg gelangen. In windstilleren Zeiten kann der Strom allerdings auch von Süden nach Norden fließen.