In Bühl (Kreis Rastatt) wird ein neues Umspannwerk gebaut. Es soll 2026 in Betrieb gehen. Zum ersten Mal konnten am Freitag Besucherinnen und Besucher beim Tag der Offenen Tür einen Blick in das neue Umspannwerk werfen. TransnetBW hatte die Bürgerinnen und Bürger auf die Baustelle eingeladen, um Transparenz zu zeigen, so Vorstand Werner Götz: "Wir wollen den Bürgern erklären, was wir tun - und warum das Projekt Netzverstärkung Badische Rheinschiene so wichtig für die sichere Stromversorgung der Zukunft ist."
Alte Stromnetze sind ans Lebensende gekommen
Im Kern geht es darum, das Netz zu ertüchtigen, um Strom aus Sonne und Wind sowie aus den Windkraftanlagen im Norden in den Süden zu bringen. Um Überlastungen zu vermeiden, brauche es leistungsfähige Netze, so TransnetBW.
Wir müssen die Leitung und die Umspannwerke hier fit machen für die nächsten Jahrzehnte.
Die alten Stromleitungen seien aktuell an ihr Lebensende gekommen und nicht mehr flexibel genug, große Strommengen in Zukunft sicher zu transportieren, so Projektleiter Andreas Schuster. Gleichzeitig wächst der Stromhunger noch weiter - durch die Zunahme an E-Autos, Wärmepumpen und eine energieintensive Industrie im Südwesten. Im Gegenzug wird auch viel mehr Energie in der Region produziert - durch Solaranlagen, Windräder und Balkonkraftwerke.
Umspannwerk Bühl wichtiger Baustein bei Ausbau von Stromnetz
TransnetBW baut deshalb in großem Stil das Übertragungsnetz auf 120 Kilometer Länge zwischen Karlsruhe-Daxlanden und Eichstetten am Kaiserstuhl aus. Dabei wird die Leistung von 220 auf 380 Kilovolt erhöht. Von insgesamt 176 Projekten befinden sich aktuell 50 Projekte im Bau. Das neue Umspannwerk in Bühl ist laut Betreiber TransnetBW dabei ein wichtiger Baustein. Von hier aus wird künftig der Strom aus dem Hochspannungsnetz in Strom für die Haushalte in der Region zwischen Rastatt, Baden-Baden und Kehl umgewandelt.
Mehr Energie wird in die Region gebracht
Herzstück dabei ist der neue 350-Tonnen-Transformator, der den Strom von 380 Kilovolt ins 110 Kilovolt-Stromnetz transformiert. Im Gegensatz zum früheren luftisolierten Umspannwerk hat das neue Bühler Umspannwerk eine gasisolierte Schaltanlage, die sich im Inneren eines Metallbau-Gehäuses befindet.
Viele Bühler Bürgerinnen und Bürger zeigten sich interessiert und wollten wissen, ob es während der Bauarbeiten womöglich zu Stromausfällen kommen könne. Projektleiter Andreas Schuster konnte die Bürger beruhigen: "Wir bauen im Bestand. Das ist zwar eine Herausforderung, aber wir tun alles, um immer eine sichere Stromversorgung sicherzustellen." Spannend dürfte es im September werden, wenn die alte Leitungsanlage im laufenden Betrieb ausgetauscht werden soll und fünf neue Strommasten errichtet werden. Dafür ist ein kurzes Zeitfenster von sechs Wochen vorgesehen.