Opfer wurde am Oberschenkel getroffen

Schüsse in Mannheimer Café: Angreifer wird in Psychiatrie eingewiesen

In einem Café in den Mannheimer Quadraten hatte ein Mann einem Gast in den Oberschenkel geschossen. Jetzt hat das Landgericht Mannheim den Schützen in die Psychiatrie eingewiesen.

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Stand

Im Januar fielen in einem Café in der Mannheimer Innenstadt fünf Schüsse. Ein damals 58-jähriger Mann hatte laut Staatsanwaltschaft mehrfach eine scharfe Pistole auf einen Gast abgefeuert. Eine der Kugeln traf diesen am Oberschenkel. Im Prozess gegen den Schützen hat die Kammer des Mannheimer Landgerichts ihn am Dienstag in die Psychiatrie eingewiesen. Der Mann leidet demnach an einer wahnhaften Störung.

Schüsse in Café aus umgebauter Schreckschusspistole

Das Opfer hatte an einem Tisch gesessen, als der damals 58-Jährige reinkam und insgesamt fünf Schüsse abfeuerte. Eine Kugel traf. Der angeschosse Gast sackte zu Boden und erlitt einen Oberschenkeldurchschuss. Er musste mehrfach operiert werden. Die Waffe war eine umgebaute Schreckschusspistole, mit der neun Millimeter große Munition abgefeuert werden konnte. Die Pistole hatte der Angreifer unter seiner Kleidung versteckt, als er das Café betrat.

Der Vorsitzende Richter sagte bei der Verkündung der Entscheidung am Dienstag, das Gericht gehe davon aus, dass der Beschuldigte vorgehabt habe, sein Opfer zu töten. Und dass er nach den Schüssen davon ausgegangen sei, seinen früheren Freund tödlich verletzt zu haben. Woraufhin er den Tatort verlassen habe. Die Mannheimer Polizei hatte den Beschuldigten kurz nach dem Vorfall festgenommen. Die Tatwaffe hatte er noch bei sich.

Die "H 4-Wache" der Mannheimer Polizei in der Innenstadt
Die "H4-Wache" der Mannheimer Polizei in der Innenstadt. Nur rund 50 Meter weiter gegenüber befindet sich das Café, in dem die Schüsse fielen.

Mann hatte Wahnvorstellungen

Laut Gericht kannten sich die beiden Männer seit 2024 und waren befreundet. Der Beschuldigte hatte dann den Kontakt zu dem späteren Opfer abgebrochen. Später sei er dann der Auffassung gewesen, dass der andere Mann ihn schwer beleidigt habe, teilte er dem psychiatrischen Sachverständigen mit. Er habe danach kaum noch schlafen können. Außerdem sei er davon ausgegangen, dass ihn mehrere Menschen in Deutschland und der Türkei töten wollten. Laut Gericht kann sich der Beschuldigte kaum an die Tat und ihren Hergang erinnern.

Der heute 59-Jährige befand sich seit Jahren in psychiatrischer Behandlung, unter anderem am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim. Er war nach Ansicht der Kammer wegen seiner psychischen Erkrankung bei der Tat schuldunfähig. Es sei zu erwarten, dass er weitere Taten begehen könnte, weshalb er gefährlich für die Allgemeinheit sei. Deswegen ordnete das Gericht die Unterbringung ein einem psychiatrischen Krankenhaus an. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

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