Wenn das Thermometer im Ladenburger Freibad (Rhein-Neckar-Kreis) an der 30-Grad-Marke kratzt, dann weiß Roland Löschel: Es wird ein stressiger Tag. Seit einem Jahr ist er von der Stadt als Bademeister angestellt. Für den gebürtigen Franken geht der Tag morgens um acht Uhr los. Als wir ihn besuchen, an einem Donnerstagmittag, sind fast 900 Menschen im Freibad. Das Vorurteil, dass man in dem Beruf nur am Beckenrand sitzt, bestätigt sich bei unserem Besuch nicht. Bei der Hitze in den vergangenen Wochen kommt auch ein erfahrener Bademeister ins Schwitzen.
Viel trinken, kühlen Kopf bewahren, vielleicht noch ein Käppi anhaben.
Besonders aufgeheizt bei diesem Wetter ist der Technikraum. Auch um ihn muss sich Löschel kümmern. Täglich muss er das Wasser auf seine Qualität und den Chlorgehalt prüfen und alles gewissenhaft dokumentieren.
Bademeister im Freibad: Volle Konzentration ist gefragt
Seine Hauptaufgabe bleibt aber das Becken. Vor allem bei den Rutschen und Sprungtürmen muss er zu hundert Prozent bei der Sache sein. Eine Unaufmerksamkeit, und die jungen Badegäste gehen eben doch zu zweit auf den Sprungturm. Obwohl das eigentlich strengstens verboten ist. Löschel ist im Freibad nie alleine. Zwei Kollegen helfen ihm, den Überblick zu behalten. Am Wochenende gibt es noch mal extra Verstärkung durch die Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
Zum Glück sind wir aktuell in der Saison immer ganz gut aufgestellt. Wir haben mehrere Rettungsschwimmer da.
Doch trotz der Unterstützung kommen sie hier in Ladenburg oft an ihre Grenzen. Vor allem die Wochenenden seien kaum noch zu stemmen gewesen. Weshalb an der Kasse jetzt auch mitgezählt wird: Ab 3.500 Menschen ist Stopp.
Bei einer bestimmten Anzahl an Besuchern ist einfach die Sicherheit nicht mehr gegeben. Da legen wir höchsten Wert drauf.
Bademeister muss auch Erste Hilfe leisten
Auch wenn Sicherheit oberste Priorität hat, lässt sich nicht jede Verletzung vermeiden. Roland Löschel hat seinen Notfallrucksack immer griffbereit. Am häufigsten seien Wespenstiche, aber auch um Platzwunden muss er sich kümmern. Schlimmere Verletzungen seien sehr selten. Das liege auch daran, dass die Leute sich hier meistens sehr gut verhalten würden. Security bräuchte es deswegen nicht. Darauf ist der Bademeister sehr stolz, die Lage sei in vielen anderen Bädern angespannter.
Löschels Trick: Immer "auf Augenhöhe" zu sein und die meisten Gäste persönlich zu kennen. Man dürfe aber auch nicht zu nett sein, "sonst nutzen sie das aus."
Einziger Wermutstropfen: Am 1. August schließt das Freibad wegen der anstehenden Sanierung. Zur Abschiedsparty am 31. Juli wird Bademeister Löschel zum Discjockey unter dem Alias DJ Rolando Garcia.