35.000 Cosplay-Fans erwartet

Japanische Popkultur: "AnimagiC" in Mannheim ist gestartet

Im Mannheimer Rosengarten startet die Messe "AnimagiC" . Zur Veranstaltung rund um Manga, Anime und Cosplay werden bis Sonntag rund 35.000 Besucherinnen und Besucher erwartet.

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Von Autor/in Sarah Keller, Patrick Figaj

Die "AnimagiC" in Mannheim zählt zu den größten Festivals für japanische Popkultur in ganz Europa. Ende der 90er Jahre begann sie mit rund 500 Gästen - damals noch in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle, heute im Rosengarten in Mannheim. In der ganzen Stadt ist während der "AnimagiC" eindeutig zu erkennen: Es ist Manga, Anime und Cosplay-Zeit. Rund um den Wasserturm posieren schon fast traditionell viele Anime- und Mangafans in ihren zum Teil extrem aufwändigen und teuren Kostümen.

Japanische Popkultur Mitten in Mannheim

Die "AnimagiC" ist eine Messe für japanische Popkultur: Animes sind japanische Animationsfilme oder -serien. Bei Cosplay schlüpfen die Fans in die Charaktere ihrer Lieblingsanimefilme oder -mangas. Sowohl Animes als auch Cosplays gehören zur Fan- und Popkultur, die in Japan besonders ausgeprägt ist, aber auch in Europa immer mehr Fans anzieht. In Mannheim bietet die Veranstaltung genau das: Internationale Künstlerinnen und Künstler treten auf, Fans können an Zeichenworkshops teilnehmen, japanische Spezialitäten testen und neue Games ausprobieren. Dieses Jahr steht alles unter dem Motto "100% Magic".

An manchen Kostümen wurde Monate gebastelt

Das ganze Wochenende besuchen Marcus und Leon die "AnimagiC". Die Jahre davor kamen sie "zivil" auf die "AnimagiC", dieses Jahr zum ersten Mal als Cosplays, also verkleidet. Marcus trägt einen blauen Anzug und eine blonde Perücke. Am Freitag ging er als Kira Yoshikage aus "JoJo's Bizarre Adventure", einem Serienmörder der Animeserie. Für Samstag und Sonntag sind jeweils andere Kostüme geplant. Die Einzelteile hat er auf Flohmärkten und in Second-Hand Läden gefunden und dann nochmal selbst umgenäht und gebastelt. Insgesamt hat es acht Monate gedauert, bis seine Cosplays fertig waren. Für Marcus hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt:

Wenn die Leute sagen: "Geiles Cosplay, kann ich ein Foto machen", das boostet irgendwie.

beide tragen Anzüge, einer lila, einer schwarz - dazu passende Accessoires
Kira Yoshikage aus "JoJo's Bizarre Adventure" und Renoir aus "Clair Obscur": dargestellt von Marcus (links) und Leon (rechts). Bild in Detailansicht öffnen
lange Mäntel und auffällige Hüte kennzeichnen die Charaktere aus der Musical-Zeichentrickserie.
Maximilian (links) und Nico (rechts) verkörpern Lucifer und Valentino aus "Hazbin Hotel". Bild in Detailansicht öffnen
große Flügel, schwarze und rote Kleidung und viele Details für die Drachenkostüme.
Drachen aus "Drachenzähmen leicht gemacht" - Lea (links) und Leonie (rechts) stellen Ohnezahn und Hakenzahn dar. Bild in Detailansicht öffnen
Blaue Krone auf weißem Haar, offene Lederjacke und metallische Rüstungsteile
Lukas ist als der Charakter Viego aus dem Videospiel "League of Legends" verkleidet. Bild in Detailansicht öffnen
Zum Outfit gehören eine blaue Perücke, ein mit Rosen besetzter Hut und ein langes, rosafarbenes Kleid mit Rüschen
Das beeindruckende Kleid von Louisa gehört zu Lady Ciel aus "Black Butler". Bild in Detailansicht öffnen
Daniel trägt grüne, vom Kopf abstehende Haare und ein sackähnliches Gewand mit aufgemalter Formel
Daniel verkörpert Senku Ishigami aus "Dr. Stone". Bild in Detailansicht öffnen

Besucherinnen und Besucher sogar aus Japan selbst

Die "AnimagiC" ist schrill, bunt, durchgeplant. Und sie ist gleichzeitig ein Wirtschaftsfaktor: Mehr als 100 Aussteller präsentieren unter anderem Figuren und Kuscheltiere, die dafür extra aus Japan eingeflogen wurden. Das ein oder andere Sammlerstück kann da auch mal über 1.000 Euro kosten. Rund 35.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet, die zum Teil in Mannheim und Umgebung unterkommen müssen. Denn manche Fans reisen mehrere Stunden nach Mannheim, um die Messe zu besuchen. Einige von ihnen kommen aus anderen Ländern Europas. Eine kleine Zahl an Fans fliegt sogar aus Japan selbst ein, um Japans Künstlerinnen und Künstler zu treffen.

Auf mehreren Ebenen gibt es unterschiedlichste Nischen: Beispielsweise können Besucherinnen und Besucher in animierte 3D-Welten eintauchen. Oder einem 50-köpfigen Blasorchester aus dem rheinland-pfälzischen Siershahn zuhören, das im Mozartsaal Games-Sound nachspielt. Signierstunden bekannter Zeichner, Kinos oder Games-Arena für Spielkonsolen-Begeisterte - alles Teil des Konzepts. Das Ganze kostet auch dementsprechend: Mehr als 70 Euro für ein Ticket, beispielsweise am Samstag.

Die Verkaufsstände auf der AnimagiC von oben.
Die Convention ist ausgebucht und erwartet in diesem Jahr wieder 35.000 Besucherinnen und Besucher.

"Die Community ist wie eine Familie"

Für die Besucherinnen und Besucher ist die Convention jedes Jahr ein Highlight. Manche besuchen sie schon zum zehnten Mal. Den Veranstalter Thomas Webler beeindrucken vor allem die Menschen auf der "AnimagiC"

Über das Wochenende ist unsere Community eine große Familie, die sehr tolerant, höflich und respektvoll ist.

Los ging es am Freitagmittag, die Veranstaltung endet dann am Sonntagabend.

Mannheim

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Autor/in
Sarah Keller
Patrick Figaj
SWR Journalist Patrick Figaj

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