Die "AnimagiC" in Mannheim zählt zu den größten Festivals für japanische Popkultur in ganz Europa. Ende der 90er Jahre begann sie mit rund 500 Gästen - damals noch in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle, heute im Rosengarten in Mannheim. In der ganzen Stadt ist während der "AnimagiC" eindeutig zu erkennen: Es ist Manga, Anime und Cosplay-Zeit. Rund um den Wasserturm posieren schon fast traditionell viele Anime- und Mangafans in ihren zum Teil extrem aufwändigen und teuren Kostümen.
Japanische Popkultur Mitten in Mannheim
Die "AnimagiC" ist eine Messe für japanische Popkultur: Animes sind japanische Animationsfilme oder -serien. Bei Cosplay schlüpfen die Fans in die Charaktere ihrer Lieblingsanimefilme oder -mangas. Sowohl Animes als auch Cosplays gehören zur Fan- und Popkultur, die in Japan besonders ausgeprägt ist, aber auch in Europa immer mehr Fans anzieht. In Mannheim bietet die Veranstaltung genau das: Internationale Künstlerinnen und Künstler treten auf, Fans können an Zeichenworkshops teilnehmen, japanische Spezialitäten testen und neue Games ausprobieren. Dieses Jahr steht alles unter dem Motto "100% Magic".
An manchen Kostümen wurde Monate gebastelt
Das ganze Wochenende besuchen Marcus und Leon die "AnimagiC". Die Jahre davor kamen sie "zivil" auf die "AnimagiC", dieses Jahr zum ersten Mal als Cosplays, also verkleidet. Marcus trägt einen blauen Anzug und eine blonde Perücke. Am Freitag ging er als Kira Yoshikage aus "JoJo's Bizarre Adventure", einem Serienmörder der Animeserie. Für Samstag und Sonntag sind jeweils andere Kostüme geplant. Die Einzelteile hat er auf Flohmärkten und in Second-Hand Läden gefunden und dann nochmal selbst umgenäht und gebastelt. Insgesamt hat es acht Monate gedauert, bis seine Cosplays fertig waren. Für Marcus hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt:
Wenn die Leute sagen: "Geiles Cosplay, kann ich ein Foto machen", das boostet irgendwie.
Besucherinnen und Besucher sogar aus Japan selbst
Die "AnimagiC" ist schrill, bunt, durchgeplant. Und sie ist gleichzeitig ein Wirtschaftsfaktor: Mehr als 100 Aussteller präsentieren unter anderem Figuren und Kuscheltiere, die dafür extra aus Japan eingeflogen wurden. Das ein oder andere Sammlerstück kann da auch mal über 1.000 Euro kosten. Rund 35.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet, die zum Teil in Mannheim und Umgebung unterkommen müssen. Denn manche Fans reisen mehrere Stunden nach Mannheim, um die Messe zu besuchen. Einige von ihnen kommen aus anderen Ländern Europas. Eine kleine Zahl an Fans fliegt sogar aus Japan selbst ein, um Japans Künstlerinnen und Künstler zu treffen.
Auf mehreren Ebenen gibt es unterschiedlichste Nischen: Beispielsweise können Besucherinnen und Besucher in animierte 3D-Welten eintauchen. Oder einem 50-köpfigen Blasorchester aus dem rheinland-pfälzischen Siershahn zuhören, das im Mozartsaal Games-Sound nachspielt. Signierstunden bekannter Zeichner, Kinos oder Games-Arena für Spielkonsolen-Begeisterte - alles Teil des Konzepts. Das Ganze kostet auch dementsprechend: Mehr als 70 Euro für ein Ticket, beispielsweise am Samstag.
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Cosplay ist für viele mehr als nur "verkleiden". Was macht für euch die Faszination daran aus?
"Die Community ist wie eine Familie"
Für die Besucherinnen und Besucher ist die Convention jedes Jahr ein Highlight. Manche besuchen sie schon zum zehnten Mal. Den Veranstalter Thomas Webler beeindrucken vor allem die Menschen auf der "AnimagiC"
Über das Wochenende ist unsere Community eine große Familie, die sehr tolerant, höflich und respektvoll ist.
Los ging es am Freitagmittag, die Veranstaltung endet dann am Sonntagabend.