Nach einem extremen Hitzesommer ist die Frage, wie der Herbst in Baden-Württemberg verlaufen wird. "Es deutet einiges darauf hin, dass wir auch im Herbst relativ mildes Wetter bekommen", sagt SWR-Wetterexperte Andreas Machalica mit Blick auf den kalendarischen Herbstanfang am 23. September 2026. Richtung Wochenende werde es wohl noch einmal relativ mild, tagsüber am Oberrhein sogar sommerlich warm. "Auf der anderen Seite klare Nächte und auch schon relativ lange Nächte bei einer trockenen Luft", so Machalica. Die Temperaturunterschiede zwischen den Morgen- und Nachmittagsstunden werden jetzt größer. "Nachts, morgens muss man sich relativ warm anziehen und nachmittags ist es oft noch angenehm warm, da haben wir teilweise 20 Grad Temperaturunterschied", sagt der Wetterexperte.
"Wir können natürlich noch nicht den ganzen Herbst absehen", erklärt Machalica. Eine detaillierte Prognose sei für die nächsten 7 Tage, vielleicht tendenziell auch für die nächsten 14 Tage möglich. Langzeitprognosen seien relativ grob. Aber was derzeit in Sichtweite ist für Baden-Württemberg, ist ein Altweibersommer mit milden Temperaturen am Tag.
Ab Oktober wird sich das Laub verfärben und dann fallen
Zum goldenen Herbst gehören auch die bunten Blätter an den Bäumen. Durch die Trockenheit sind sie teilweise schon braun geworden. Laut Machalica hängt es jetzt von der Witterung der kommenden Wochen ab, wann die Laubfärbung beginnt und das Laub dann fällt. "Generell gehen wir davon aus, dass wir einen mittleren Laubfall haben, einen mittleren Wert im langjährigen Mittel, im Oktober und dann in den November hinein", sagt der Wetterexperte.
Wir gehen vom Spätsommer in den Herbst über, die Tage werden kürzer. "Von Tag zu Tag verlieren wir vier bis fünf Minuten Tageslicht. Es geht jetzt rapide abwärts mit der Tageslänge und das macht sich auch in der Natur bemerkbar", erklärt Machalica. Es werde immer kühler und ab 19 Uhr werde es gegen Anfang Oktober schon dunkel sein. Wenn die Uhren umgestellt werden - die Zeitumstellung ist am 25. Oktober 2026 -, geht es noch früher los mit der Dunkelheit. "Dann wird es Ende Oktober schon um 17 Uhr stockdunkel sein, da geht es dann ziemlich deutlich in die dunkle Jahreszeit hinein."
Und es ist nicht nur die dunkle Zeit, sondern auch die Zeit, in der man auf die Pflanzen achten sollte, die kälteempfindlich sind. "Wenns dann nachts aufklart, kann es tatsächlich schon nah an 0 Grad rangehen", so Machalica. Der Nachtfrost sei noch nicht sehr verbreitet, eher in Lagen wie Senken und Mulden. "Da muss man in den nächsten Wochen ganz besonders aufpassen und wenns dann soweit ist und Nachtfrost droht, die empfindlichen Pflanzen reinholen", sagt der SWR-Wetterexperte.
85 Zentimeter tiefer als normalerweise Erholung nicht in Sicht: Auch im Herbst historisch niedriger Bodenseepegel
Nach einem trockenen und heißen Sommer liegt der aktuelle Bodenseepegel unter dem historischen Minimalwert. Ein Anstieg ist laut Experte in den kommenden Monaten unwahrscheinlich.
Das Regendefizit scheint sich, so Machalica, zunächst fortzusetzen. "Wir bräuchten eben mal eine grundlegende Änderung der Großwetterlage, dass die Tiefdruckgebiete mal wiederholt vom Atlantik nach Mitteleuropa vorankommen und wiederholt Regen bringen", so der Wetterexperte. Das könne natürlich im Verlauf des Herbstes mal der Fall sein. Die Langfristprognosen deuten ihm zufolge allerdings nichts in diese Richtung an, da könne man weiterhin nur hoffen.