Umfrage der Industrie- und Handelskammern

Baden-Württembergs Industrie wird pessimistischer beim Auslandsgeschäft

Immer mehr Industriebetriebe im Land erwarten schlechtere Geschäfte im Ausland. Der Dachverband sieht die Gründe in Handelskonflikten, hohen Kosten und fehlenden Entlastungen.

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Stand

In Baden-Württemberg rechnet inzwischen rund ein Viertel der Industriebetriebe damit, dass sich ihr Auslandsgeschäft in den kommenden zwölf Monaten verschlechtert. Das geht aus einer neuen Umfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) hervor. Optimistische und pessimistische Erwartungen bei den Exporten halten sich demnach inzwischen fast die Waage.

Aufbruchsstimmung vom Jahresbeginn abgeebbt

Laut BWIHK ist der Anteil der Unternehmen mit pessimistischen Exporterwartungen seit Jahresbeginn von knapp 20 auf rund 25 Prozent gestiegen. Gleichzeitig nahm der Anteil der Betriebe mit positiven Aussichten nur leicht zu - um zwei Prozentpunkte auf etwa 30 Prozent. Insgesamt überwiegen die optimistischen Einschätzungen damit nur noch gering. An der Befragung nahmen nach Angaben des BWIHK 1.200 Industriebetriebe aller Größen und Branchen aus Baden-Württemberg teil.

BWIHK-Vizepräsident Claus Paal sagt, die Zahlen zeigten klar, dass sich die positive Grundtendenz vom Jahresbeginn spürbar abgeschwächt habe: "Handelskonflikte, geopolitische Risiken und steigende Kosten sorgen für erhebliche Unsicherheit in den Unternehmen." Das globale Umfeld für die Südwest-Industrie werde zunehmend schwieriger.

Paal fordert, die Politik müsse "vom Reden ins Machen kommen". Die Unternehmen bräuchten wirtschaftspolitische Impulse, die sie entlasteten. Handelsabkommen seien heute wichtiger als je zuvor - auch mit den USA.

US-Zollstreit belastet exportabhängige Wirtschaft

Besonders beim Zollstreit zwischen den USA und Europa herrscht Skepsis bei den exportorientierten Firmen im Land. Laut Umfrage rechnen rund 31 Prozent der befragten Unternehmen mit steigenden Exporten in die USA, nahezu ebenso viele erwarten dort jedoch einen Rückgang.

Die Zollpolitik der USA sorge für erhebliche Verunsicherung, so Paal. Die Unternehmen bräuchten Planbarkeit statt kurzfristiger handelspolitischer Richtungswechsel. Die Diskussion um Zölle zeige einmal mehr, wie wichtig offene Märkte und internationale Handelsabkommen für den Wirtschaftsstandort seien. Ein Handelsdeal zwischen der EU und den USA sei nach Paals Ansicht ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

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Die USA sind der wichtigste Handelspartner des Landes. Dabei gehen nicht nur Autos über den großen Teich. Auch andere BW-Produkte werden in die Vereinigten Staaten geliefert.

Die bisherigen US-Zölle auf bestimmte Produkte aus der EU wurden im Februar 2026 zwar vom Obersten Gerichtshof der USA für rechtswidrig erklärt. Nach Angaben des BWIHK wurden sie jedoch unmittelbar durch neue, befristete Ersatzzölle ersetzt. Für die baden-württembergische Wirtschaft blieben die Belastungen damit bestehen.

Auf Basis der Exporte aus Baden-Württemberg wird das potenzielle Erstattungsvolumen der aufgehobenen Zölle auf rund 2,35 Milliarden Euro geschätzt. Direkte Entlastungen für die Unternehmen in Baden-Württemberg ergeben sich laut BWIHK daraus aber kaum, weil mögliche Rückzahlungen vor allem US-Importeuren zugutekommen würden.

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Erstmals publiziert am
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SWR

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