Für viele kam die Nachricht vom Tod von Papst Franziskus am Ostermontag überraschend, meist kurz vor oder nach dem Ostergottesdienst. Der Hohenloher Dekan und Pfarrer Ingo Kuhbach aus Mulfingen (Hohenlohekreis) berichtet, er habe erst nach seinem zweiten Gottesdienst am Ostermontag per WhatsApp davon erfahren. Da hatte er in den Messen bereits zweimal für die Gesundheit des Papstes gebetet.
Pfarrer Manuel Hammer von der Seelsorgeeinheit Heilbronn-Böckingen hat noch kurz vor dem Gottesdienst vom Tod des Papstes erfahren, als er sich gerade in der Sakristei fertig machen wollte. Ministrantinnen und Ministranten hätten ihn auf dem Handy darauf aufmerksam gemacht. Natürlich hätte man wegen des Gesundheitszustands des Papstes damit rechnen können, sagt Hammer. Dennoch sei es ein "großer Schock".
Kirchenbesucher: Ostergruß wirkte wie Abschied
Kirchenbesucherinnen und -besucher sagten nach der Messe in Heilbronn-Frankenbach, sie hätten gehofft, es würde dem Papst mittlerweile wieder besser gehen, nachdem er beim traditionellen Segen am Ostersonntag sehr schwach ausgesehen habe. Ein Mann sagt, als der Papst dabei gewunken habe, habe das wie ein Abschied gewirkt. Das habe sich jetzt einen Tag später bewahrheitet.
Jetzt müssen wir nach vorne schauen. Es wird schwierig sein, heute einen Papst zu finden, der in seine großen Fußstapfen hineinpasst.
Hohenloher Dekan: Papst Franziskus als Seelsorger
Für Dekan Ingo Kuhbach wird Papst Franziskus vor allem als Seelsorger im Gedächtnis bleiben, der auch mit jahrhundertealten Traditionen gebrochen habe, beispielsweise wenn es um die Wahl der Kardinäle ging. Da habe Franziskus immer einen weltweiten Blick gehabt, statt sich auf Nordamerika und Europa zu konzentrieren. Das habe sicher viele geschmerzt, da es nicht mehr selbstverständlich war, Kardinal zu werden, nur weil man Bischof einer bestimmten Stadt war, sagt Kuhbach.
Deswegen sei er auch sehr gespannt auf die Wahl des neuen Papstes. Wegen der Universalität, wie Kuhbach es nennt, würden sich viele Kardinäle untereinander kaum noch kennen.
Der nächste Papst habe vor allem die Aufgabe, die fortschrittlichen und die traditionellen Richtungen wieder stärker zusammenzubringen. Und auch Reformen anzustoßen, vor denen sich Franziskus eher gedrückt habe, denkt Kuhbach - beispielsweise eine Entscheidung darüber, ob es das Diakonat der Frau geben soll oder nicht.