Rückstände nehmen auch in Heilbronn-Franken zu

TFA im Trinkwasser: Wasserversorger setzt auf neue Filtertechnik

Die Belastung des Trinkwassers mit der Chemikalie TFA nimmt weiter zu – auch in der Region Heilbronn-Franken. Wasserversorger reagieren nun mit ersten Maßnahmen.

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In ganz Baden-Württemberg steigt der Gehalt an Trifluoressigsäure (TFA) im Grund- und Trinkwasser. Die als "Ewigkeitschemikalie" bekannte Substanz gilt als besonders problematisch, da sie sich in der Umwelt nicht abbaut. Die Wasserversorgung Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) hat erste Maßnahmen ergriffen, um zu versuchen, die Chemikalie aus dem Wasser zu entfernen.

Wasserversorgung Bad Rappenau will mit Aktivkohle TFA rausfiltern

Derzeit laufen Pilotprojekte, bei denen neue Filteranlagen – etwa auf Aktivkohlebasis – getestet werden. Damit soll TFA aus dem Grundwasser entfernt werden, sagte Alexander Freygang, Geschäftsführer der Wasserversorgung Bad Rappenau dem SWR. Die Verfahren befinden sich allerdings noch in der Testphase. Außerdem seien die Filtermaßnahmen mit hohen Kosten verbunden, heißt es.

TFA wird uns die kommenden Jahre vor enorme Herausforderungen stellen.

Der Zweckverband Bad Rappenau versorgt 34 Gemeinden mit Trinkwasser. Die Überwachung sei demnach recht umfangreich: Viermal im Jahr werde das Wasser auf TFA untersucht, so Freygang weiter. Zwar sei die Trinkwasserqualität aktuell noch gut, doch die Belastung müsse langfristig gesenkt werden. Nur so könne die Versorgungssicherheit gewährleistet werden.

Skepsis gegenüber der Wirksamkeit von TFA-Filtern

Professor Martin Scheringer von der ETH Zürich äußert Zweifel daran, dass Filtermethoden zur Entfernung von Trifluoressigsäure (TFA) überhaupt funktionieren. Die Filterung dieser Kleinstsubstanzen sei faktisch nahezu unmöglich. Um die Säure effektiv aus dem Abwasser zu entfernen, wären sehr viele Filter nötig – was mit immens hohen Kosten verbunden wäre, sagt der Professor am Departement Umweltsystemwissenschaften.

Was ist eigentlich TFA?

TFA entsteht unter anderem durch den Abbau von Kältemitteln oder Pflanzenschutzmitteln. Wegen ihrer stabilen chemischen Struktur verbleibt die Substanz dauerhaft in der Umwelt – daher der Name "Ewigkeitschemikalie".

TFA ist nach aktueller Einschätzung der deutschen Behörden fortpflanzungsgefährdend und besitzt umweltkritische Stoffeigenschaften. Laut Umweltbundesamt wird die neue fachliche Bewertung der Einschätzung derzeit geprüft.

Rund zwei Drittel des Trinkwassers in Baden-Württemberg stammen aus dem Grundwasser.

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