Der Bau der Stromtrasse SuedLink ist ins vorest gestoppt. Beim Salzbergwerk in Bad Friedrichshall (Kreis Heilbronn) wurde eine Erdschicht entdeckt, in der sich Wasser befinden könnte. Deshalb muss nun umgeplant werden. Obwohl neue Genehmigungen benötigt werden, sollen Zeitplan und auch die Kosten gleichbleiben. Das teilte TransnetBW am Dienstag mit.
Größere Probleme beim Salzbergwerk Bad Friedrichshall Bau der Stromtrasse SuedLink muss unerwartet gestoppt werden
Der Bau der Stromtrasse SuedLink ist beim Salzbergwerk Bad Friedrichshall gestoppt worden. Grund dafür sind geologische Risiken. Es wird nach Lösungen gesucht.
Stromtrasse SuedLink: Kabel bei Bad Friedrichshall in zwei Metern statt in 200 Metern Tiefe
Seit 2023 laufen beim Salzbergwerk in Bad Friedrichshall Arbeiten für die Stromtrasse. Der betroffene Bereich wurde bei Erkundungsbohrungen 2019 und 2020 als trocken und unkritisch bewertet. Nun gab es allerdings Hinweise darauf, dass sich hier in einer Erdschicht doch Wasser befinden könnte. Daraufhin wurden die Arbeiten sofort gestoppt und eine Alternative ausgearbeitet. Denn ein Problem ist: In den Stollen wird auch giftiger Müll gelagert und der darf auf keinen Fall nass werden.
Geändert werden muss demnach einerseits die Stelle, an der das SuedLink-Kabel ins Bergwerk geführt wird. Andererseits muss jetzt auch eine oberirdische Trassenführung umgeplant werden. Außerdem muss unter Tage eine neue, rund 700 Meter lange Verbindungsstrecke gebaut werden. Auf einer Strecke von rund drei Kilometern soll die Kabeltrasse außerdem in nur zwei Metern Tiefe unter der Erde verlegt werden. Zuvor sei angedacht gewesen, das Kabel in 200 Metern Tiefe unter Tage im bestehenden Bergwerksstollen zu verlegen, wie Gesamtprojektleiterin Alexandra Schwerdorf mitteilte.
Trotz neuer Genehmigungen: SuedLink soll Ende 2028 in Betrieb gehen
Für die Umplanung ist ein neues Genehmigungsverfahren nötig. TransnetBW betonte am Dienstag allerdings, dass an der Inbetriebnahme von SuedLink Ende 2028 festgehalten werde. Mit der Bundesnetzagentur stehe man in Kontakt. Im Herbst kommenden Jahres sollen die vorerst ausgesetzten Bauarbeiten in dem betroffenen Bereich weitergehen. Zuvor soll es im November für die Bürgerinnen und Bürger noch eine Infoveranstaltung geben.
Denn Bad Friedrichshalls Bürgermeister Timo Frey (CDU) rechnet damit, dass eine zweistellige Anzahl an Grundstückseigentümern von der Umplanung betroffen sei und kontaktiert werden müsse. Es gehe darum, Transparenz herzustellen und erst einmal zu erklären, warum die Umplanung erforderlich sei, so Frey gegenüber dem SWR. Weiter sagte er, "Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass die Umplanung relativ zügig und unkompliziert über die Bühne geht."
Immer wieder Kritik an der Stromtrasse SuedLink
Auf einer Strecke von rund 700 Kilometern soll die Stromtrasse SuedLink Windstrom aus dem Norden nach Bayern und Baden-Württemberg bringen - mehr als das Atomkraftwerk in Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) einst produziert hat. Eine der beiden Trassen endet beim Umspannwerk in Leingarten (Kreis Heilbronn). TransnetBW rechnet eigenen Angaben zufolge für seinen Anteil weiterhin mit Kosten von acht Milliarden Euro.
Neben den hohen Kosten wird das Projekt von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden auch wegen des hohen Flächenverbrauchs und potenzieller Eingriffe in die Natur kritisiert. Unter anderem war bei Möckmühl (Kreis Heilbronn) bei sogenannten Spülbohrungen im Mai 2026 Bohrschlamm unkontrolliert ausgetreten. Die Umweltorganisation BUND befürchtete Umweltschäden. Auch die Bürgerinitiative "GegenGift Heilbronn" fordert nach dem jetzigen Baustopp in Bad Friedrichshall erneut den endgültigen Stopp der SuedLink Bergwerksarbeiten.