Globale Krisen wie der Iran-Krieg, Hitze und steigende Preise - das Geld für Urlaub sitzt bei vielen nicht mehr so locker wie noch vor Jahren. Nichtsdestotrotz wollen die Deutschen wohl nicht aufs Reisen verzichten, die Buchung ist aber wohlüberlegt. So hat der Reisekonzern TUI seine Bilanz bereits nach unten korrigiert. Meist wird kurzfristiger gebucht, Urlauberinnen und Urlauber bleiben häufiger innerhalb Deutschlands. Ein beliebtes Ziel für eine Auszeit war schon immer Schöntal (Hohenlohekreis).
Bildungshaus mit Tagungen, Seminaren und Platz für Ferienurlauber
Wenn die Sommerhitze drückt, suchen viele Menschen nach einem Rückzugsort. Alte Mauern, kühle Räume und ländliche Ruhe machen das Kloster Schöntal auch im Hochsommer zum beliebten Ausflugsziel. Das Kloster liegt in ländlicher Idylle zwischen Wiesen, Wäldern und der Jagst. Das ganze Jahr über finden im Bildungshaus Tagungen und Seminare statt. Im Sommer kommen Familien hinzu, die hier ihre Ferien verbringen.
Die Gäste sind buntgemischt, erzählt Bettina Bienlein, Leiterin des Bildungshauses Kloster Schöntal. Musikfreizeiten, Universitäten oder Pfadfinderinnen und Pfadfinder verbringen gerne ein paar Tage hier. Gerade hat eine Seniorenfreizeit stattgefunden, für die kommende Woche wird eine Jugendgruppe erwartet.
Ab ins Kloster? So kann man die Sommerferien auch verbringen
Seit Beginn der Sommerferien mischen sich unter die Besucherinnen und Besucher auch Familien mit Kindern. Das mag vielleicht nicht das klassische Sommerferienziel sein, doch die Anlage und vor allem die Umgebung, fragt man die Angereisten, haben genug Ausflugsmöglichkeiten zu bieten.
Die schätzen die ländliche Idylle mehr als den typischen Spanien-Badeurlaub.
Eine beliebte Freizeitaktivität ist Radfahren. Der Kocher-Jagst-Radweg ist ganz in der Nähe. Inzwischen gibt es auf dem Klostergelände auch eine eigene E-Fahrrad-Ladestation.
Badevergnügen in der Jagst
Im Sommer spielt die Jagst, ein Nebenfluss des Neckars, eine wichtige Rolle für das Kloster. "Es wird gebadet von morgens um sechs bis abends um zwölf", berichtet Bettina Bienlein. Gerade nach einer langen Wanderung springen die Gäste gerne zur Abkühlung in den Fluss.
Stattdessen wird in Schöntal gebadet Kanus auf dem Trockenen: Niedrigwasser in der Jagst sorgt für Verluste
Eigentlich das perfekte Wetter zum Kanu fahren - doch das Wasser fehlt. Die Jagst bei Schöntal ist nicht befahrbar, der Pegel ist zu niedrig. Eine Abkühlung ist trotzdem noch drin.
Ort zum Durchatmen
Anne Hoffmann führt das Klostercafé Schöntal. Hier wird es vor allem nachmittags voll, wenn die Besucherinnen und Besucher nach dem Baden noch Lust auf ein Eis oder ein kaltes Getränk haben. Sie erzählt, dass viele von ihnen nur kommen, um sich in die Klosterkirche setzen zu können. Für sie ist der kühle Innenraum bei hohen Temperaturen ein Rückzugsort.
Auch Schöntals Bürgermeister Joachim Scholz (CDU) schätzt die Ruhe in den Klostermauern. "Im Kloster hat die Minute 90 Sekunden", sagt er. Wer hier Zeit verbringt, soll vor allem eines mitnehmen: Erholung.