Im vergangenen Jahr ist bekannt geworden, dass durch Chemiekonzern Solvay in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) über Jahre hinweg große Mengen des klimaschädlichen Treibhausgases Schwefelhexaflurid (SF6) in die Atmosphäre gelangt sind. Nun hat das Regierungspräsidium Stuttgart mitgeteilt, dass der Konzern weiterhin zu viel SF6 ausstößt, auch wenn sich die Werte zuletzt verringert haben. Aus diesem Grund will das Regierungspräsidium das Unternehmen mindestens bis Ende Januar 2027 überwachen.
Solvay in Bad Wimpfen muss weiter nachbessern
Im Tagesdurchschnitt hält das Unternehmen die zulässigen Werte ein, heißt es in der Mitteilung. Bei einzelnen Betriebszuständen sind die Emissionen aber immer noch erhöht. Um die Emissionen weiter zu reduzieren, sind deshalb weitere technischer Umbauten an der Anlage geplant. Zuletzt wurden unter anderem die Abfüllprozesse optimiert und es gibt genaue Vorgaben für den Betrieb.
Im vergangenen Dezember hatten das Land und Solvay einen Vertrag beschlossen, die einen engmaschige Testbetrieb ermöglichen. Unter anderem muss Solvay wöchentlich die Emissionen messen. Der einst für fünf Monate geltende Vertrag wurde durch die erhöhten Werte nun bis nächstes Jahr verlängert.
Werte bei Chemiekonzern Solvay massiv erhöht
Hintergrund der Diskussion ist eine Studie von Forscherinnen und Forschern der Goethe-Universität Frankfurt. Sie hatten deutlich höhere SF6-Werte gemessen als vom Unternehmen offiziell angegeben. In Bad Wimpfen sitzt mit der Firma Solvay der europaweit einzige Produzent von SF6. Während der Konzern für das Jahr 2023 insgesamt 56 Kilogramm SF6 gemeldet hatte, kamen die Forscher im Schnitt auf rund 30 Tonnen pro Jahr.
Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) stand in den vergangenen Monaten in der Kritik und räumte Fehler ein. Sie gab zu, dass die Behörden schneller hätten handeln müssten. Problem an der Diskussion ist allerdings, dass es für SF6 keinen spezifischen rechtlichen Grenzwert gibt.