Erholung in der Pflegestation

Mäusebussard-Babys nach Rettung aus Baumkrone in Bad Rappenau wohlauf

Die Tierrettung hat zwei verlassene Mäusebussard-Küken aus einer Baumkrone geholt. Sie wurden in die Pflegestation Bad Friedrichshall gebracht. Dort erholen sie sich prächtig.

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Von Autor/in Jens Nising

Mit einer Hubbühne hat die Tierrettung Unterland zwei Mäusebussard-Babys aus ihrem Nest 20 Meter hoch in einem Baum in Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) geborgen. Sie waren verlassen, Passanten hatten die Mutter und ein Geschwister-Küken tot am Boden entdeckt. Die beiden Kleinen seien inzwischen außer Lebensgefahr und es gehe ihnen sehr gut, sagte Helmut Weber, der Leiter der Nabu-Greifvogelpflegestation Bad Friedrichshall (ebenfalls Kreis Heilbronn) auf SWR-Anfrage.

Die Mäusebussard-Babys in ihrem Nest in Bad Rappenau, kurz vor ihrer Rettung aus der Baumkrone.
Für die beiden Mäusebussard-Babys wird es kritisch. Sie haben Hunger und sind unterkühlt. Tierrettung Unterland Bild in Detailansicht öffnen
Nur mit einer Hubbühne kann die Tierrettung Unterland die verlassenen Mäusebussard-Babys aus einer Baumkrone in 20 Metern Höhe bergen. Jetzt werden die in Bad Friedrichshall gepflegt.
Rettung aus Baumkrone: Mit einer Hubbühne birgt das Team der Tierrettung Unterland, die beiden Greifvogel-Babys Tierrettung Unterland Bild in Detailansicht öffnen
Die Tierretter bringen die Mäusebussard-Babys in Sicherheit - nach ihrer Rettung aus einer Baumkrone in Bad Rappenau.
Dennis Stocker und Lucy Otterbach von der Tierrettung Unterland bringen die beiden kleinen Greifvögel in einer Kiste in Sicherheit Tierrettung Unterland Bild in Detailansicht öffnen
Die völlig unterkühlten Mäusebussard-Babys in einer flauschigen Decke. Gleich kommen sie in den warmen Brutkasten und können sich in der Greifvogelstation in Bad Friedrichshall erholen.
Völlig unterkühlt sind die beiden Mäusebussard-Babys. Gleich können sie sich im Brutkasten aufwärmen Tierrettung Unterland Bild in Detailansicht öffnen

Rettung verletzter Wildtiere: Über 70 Greifvögel in Bad Friedrichshall in Pflege

Helmut Weber päppelt seit 50 Jahren kranke und verletzte Vögel auf. Mehr als 36.000 Tiere hat er inzwischen gesundgepflegt. Derzeit hat die Pflegestation des Naturschutzbunds (NABU) in Bad Friedrichshall Hochkonkunktur. Mehr als 70 Tiere sind derzeit dort untergebracht. Viele wurden bei Autounfällen verletzt, einige seien im Stacheldraht hängen geblieben, so Weber.

Der Uhu hat sich im Stacheldraht verletzt. In der Greifvogelstation in Bad Friedrichshall kann er sich nach seiner Rettung erholen.
Dieser Uhu ist im Stacheldraht hängen geblieben. In der Greifvogelstation Bad Friedrichshall können die Verletzungen nach seiner Rettung ausheilen. Simon Bendel

Pflegestation: Ein Zuhause auf Zeit

In Bad Friedrichshall bleiben sie laut Helmut Weber so lange, bis die Verletzungen verheilt sind. Dann wildern er und sein Team die Vögel wieder aus. In großen Flugvolieren können sich die gefiederten Pflegefälle langsam wieder an die Freiheit gewöhnen.

Dabei sei die Greifvogelpflegestation Bad Friedrichshall finanziell notorisch klamm. Strom, Wasser oder Futter - 43.000 bis 46.000 Euro koste der Betrieb pro Jahr, wie Weber vorrechnet. Der Zuschuss des Landes betrage gerade mal 16.000 Euro. Soll heißen: Die Einrichtung ist auf Spenden angewiesen.

Hoffnung auf Pflegefamilie

Möglicherweise haben die beiden geretteten Mäusebussard-Küken inzwischen ein neues Zuhause in Aussicht. Weber würde sie gerne bei einer anderen Mäusebussard-Familie unterbringen, damit die sie großzieht. Ob das klappt? Er ist gespannt. Einen möglichen Horst hat er schon entdeckt.

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Jens Nising
Jens Nising, Redakteur und Reporter Südwestrundfunk