US-Konzern übernimmt Ventilatorenhersteller

Verkauf von ebm-papst: Wie geht es für das Familienunternehmen aus Mulfingen weiter?

Wie reagiert man in Mulfingen darauf, dass plötzlich mit dem Ventilatorenhersteller ebm-papst das größte Unternehmen der Gemeinde in amerikanischer Hand ist?

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Von Autor/in Peter Wedig

Von einer Win-Win-Situation spricht ebm-papst, der Ventilatorenhersteller aus Mulfingen (Hohenlohekreis), der nun dem US-Konzern Madison Air gehören soll. Einen besseren Zugang zum nordamerikanischen Markt erhofft man sich, bessere Wachstumschancen. Und Mulfingen als Unternehmenssitz soll mit seinen Arbeitsplätzen auch erhalten bleiben, heißt es von ebm-papst selbst. Im Ort hört man jedoch auch skeptische Stimmen.

Die Stimmen in Mulfingen: Mal sehen, wie es weitergeht

Die Nachricht über den Verkauf war noch keine zwei Stunden alt, hatte sich in der Gemeinde aber bereits wie ein Lauffeuer verbreitet. Vorgewarnt war hier niemand, alle wurden überrascht. Selbst die Belegschaft wusste nichts von dem geplanten Verkauf, berichtet ein Mann, dessen Tochter bei ebm-papst arbeitet. Ein "Schlag ins Gesicht" sei das gewesen.

Die Meinungen? Gemischt. Jetzt müsse man erst einmal sehen, was genau passieren wird. Erste Befürchtungen seien da. Beispielsweise dass Mulfingen zu einem reinen Entwicklungszentrum werden könnte - ohne Produktion und Logistik.

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Für knapp 4,8 Milliarden Euro Ventilatorenhersteller ebm-papst aus Mulfingen an US-Konzern verkauft

Das Unternehmen ebm-papst erhofft sich durch den Verkauf an den US-Konzern Madison Air einen besseren Zugang zum US-Markt.

Bruno Ender, der an diesem Tag mit seiner Frau unterwegs ist, hofft, dass sich der Verkauf nicht negativ auf die Belegschaft auswirkt. Ob Mulfingen als Unternehmenssitz erhalten bleibt? "Da kann man durchaus skeptisch sein."

ebm-papst rechnet mit Wachstum - und mehr Arbeitsplätzen

Bei epm-papst klingt man deutlich optimistischer. Weltweit werde man mehr Arbeitsplätze in der Produktion schaffen, sagt Vorstandsvorsitzender Klaus Geißdörfer. Er geht davon aus, dass die Marke ebm-papst erhalten bleibt.

Hier [in Mulfingen] bleibt vieles von dem, was wir haben, auch so erhalten.

Was die weltweiten Standorte angeht, müsse man jetzt noch eine "detailliertere Betrachtung" machen, so Geißdörfer.

Mulfingens Bürgermeister: Im Urlaub vom Verkauf überrascht

Bürgermeister Sören Döffinger (CDU) hat die Nachricht mitten im Urlaub erwischt. Zwar war er nicht völlig überrascht, als Bürgermeister pflege er ein enges Verhältnis zu den Eigentümerfamilien, klar ist aber: Das Thema werde die Menschen in Mulfingen noch für Wochen beschäftigen.

Die Gemeinde Mulfingen ist mit ebm-papst nicht nur verheiratet, man ist quasi eins. Es heißt ja auch: Elektrobau Mulfingen.

Döffinger geht aber davon aus, dass sich am guten Verhältnis von ebm-papst zu Mulfingen nichts ändern wird. Denn gerade auf geschäftsführender Ebene ändere sich ja nichts, nur der Eigentümer wechsle.

Auch ein paar Kilometer weiter in Künzelsau (Hohenlohekreis) beobachtet man den Verkauf genau. Bürgermeister Stefan Neumann (parteilos) spricht von einer Zäsur. Als Stadt reiche man dem neuen Eigentümer die Hand und wünsche sich ein gutes Miteinander, zum Wohl der Mitarbeitenden und des gesamten Wirtschaftsstandorts Hohenlohe.

Seit sich Gründer Gerhard Sturm zurückgezogen hat, habe sich ebm-papst in seiner Grundausrichtung verändert, meint Döffinger. Der Verkauf jetzt könnte wiederum ein "Befreiungsschlag" für die drei Eigentümerfamilien sein, sagen Branchen-Insider. Denn so richtig grün seien sie sich in der Zusammenarbeit wohl nicht. Trotzdem kam der Verkauf für alle überraschend, heißt es auch von der Gewerkschaft IG Metall.

Warum der Verkauf - statt eigener Expansion?

Wäre die Eroberung des US-amerikanischen Marktes nicht auch ohne einen Verkauf möglich gewesen? Zumindest nicht in der Geschwindigkeit, ist sich CEO Geißdörfer sicher. Gerade das bestehende Service-Netzwerk von Madison Air helfe sehr. Ohne das hätte man deutlich länger gebraucht, etwas Vergleichbares aufzubauen, denkt Geißdörfer. Noch ist die Übernahme nicht abgeschlossen, erst müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Damit rechnet er bis Ende des Jahres.

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