Der US-amerikanische Konzern Madison Air will den Mulfinger Ventilatorenhersteller ebm-papst (Hohenlohekreis) übernehmen. Für knapp 4,8 Milliarden Euro übertragen die drei Gesellschafterfamilien das Unternehmen an den Anbieter für Luftqualitätslösungen, heißt es in einer Mitteilung von ebm-papst.
"Potential noch nicht ausgeschöpft": ebm-papst erhofft sich Zugang zu US-Markt
Madison Air biete eine breite Kundenbasis aus dem Gesundheitswesen, Rechenzentren, Wohngebäuden und Reinräumen. Reinräume sind speziell abgeschirmte Räume, in denen die Luft nahezu frei von Staub, Keimen und anderen Verunreinigungen gehalten wird. Hier will jetzt ebm-papst seine Expertise bei der Motorentechnologie mit einbringen und besonders seine Kunden aus Europa und Asien.
Laut den Gesellschafterfamilien sei Madison Air "der ideale Partner für ebm-papst, um den eingeschlagenen Wachstumskurs langfristig fortzusetzen". Man sei davon überzeugt, "dass die Mitarbeitenden und ebm-papst insgesamt von diesem Schritt profitieren werden".
Denn das große Potential der Gruppe sei noch nicht ausgeschöpft, so Klaus Geißdörfer, der Vorstandsvorsitzende von ebm-papst. Von Madison Air erhoffe man sich jetzt einen besseren Zugang zum US-Markt.
Wir sind viel stärker in Europa und Asien, da können wir Madison Air helfen. Die sind viel stärker in Nordamerika, da können die uns helfen. Und da können wir, glaube ich, viel gemeinsam erreichen.
Trotz Madison Air: Mulfingen bleibt Hauptsitz des Ventilatorenherstellers
Mulfingen bleibt der Hauptsitz der Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 13.000 Mitarbeitenden, davon rund 5.800 in Deutschland. Laut der Mitteilung des Unternehmens soll der Verkauf keine Auswirkungen auf bestehende arbeitsrechtliche Verpflichtungen sowie tarifliche Regelungen und Betriebsvbereinbarungen haben. Tendenziell könnten es sogar noch mehr Arbeitsplätze werden, so ein Sprecher.
Vollzug der Übernahme bis zum Jahresende
Bis der Verkauf über die Bühne geht, dauert es voraussichtlich bis zum Ende des Jahres, heißt es in der Mitteilung von ebm-papst weiter. Unter anderem müssen die Kartellbehörden noch zustimmen.