Der Betriebsrat des Ventilatorenherstellers ebm-papst in Mulfingen (Hohenlohekreis) hat sich mit der Geschäftsleitung getroffen. In einem offiziellen Statement heißt es als Fazit wörtlich: "Wir bewerten den Charakter und die Inhalte des Kaufvertrags positiv." Dennoch räumt der Betriebsratsvorsitzende Markus Müller in seinem Statement auch ein, dass die Entscheidung überraschend kam und intern unterschiedliche Reaktionen hervorrief.
Es ist in und um Mulfingen eines der großen Gesprächsthemen dieser Tage: Der geplante Verkauf des Unternehmens ebm-papst an den US-Konzern Madison Air. Vor Ort ist die Verunsicherung groß. Die Frage, wie es mit dem Unternehmen in Zukunft weitergeht, steht im Raum.
Einladung für Oktober an neuen Besitzer Gies
Der Betriebsrat will den Eigentümerwechsel nach eigenen Angaben aktiv und konstruktiv begleiten: "Dabei setzen wir uns für sichere Arbeitsplätze, verlässliche Investitionen [und] die Mitbestimmung ein", heißt es. Im Oktober soll der Eigentümerwechsel bei einer Betriebsversammlung erneut Thema sein. Der Betriebsrat will dazu auch Madison Air-Gründer Larry Gies und CEO Jill Wyant einladen.
Für knapp 4,8 Milliarden Euro Ventilatorenhersteller ebm-papst aus Mulfingen an US-Konzern verkauft
Das Unternehmen ebm-papst erhofft sich durch den Verkauf an den US-Konzern Madison Air einen besseren Zugang zum US-Markt.
Trotz allem: Zukunftangst statt Aufbruchstimmung
Für die Beschäftigten sei es wichtig, dass bestehende Verträge und Betriebsvereinbarungen weiterhin gelten sollten. Der künftige Eigentümer Larry Gies habe zudem deutlich gemacht, dass er Traditionen, Werte und Unternehmenskultur von ebm-papst erhalten wolle.
Im persönlichen Gespäch am Dienstag mit dem SWR berichtete Müller noch über die Sorgen der Mitarbeitenden. "Für viele bricht tatsächlich etwas heile Heimat zusammen", sagte er. Verkündete ebm-papst in der Vergangenheit noch sattes Wachstum im Kerngeschäft - getrieben vor allem durch den KI-Boom, hieß es plötzlich Zukunftangst statt Aufbruchstimmung. Es knirsche zwischen den Eigentümerfamilien.
Die Nachricht vom geplanten Verkauf war für die Beschäftigten überraschend gekommen, heißt es auch in der Mitteilung des Betriebsrats an den SWR. Der Betriebsrat war zeitgleich mit der Belegschaft informiert worden und hatte keinen Einfluss auf die Verkaufsentscheidung.