Wer auf der Straße unterwegs ist, sollte sich auf den Verkehr konzentrieren - und nicht aufs Handy. Um Menschen für die Gefahren durch Ablenkung während der Fahrt zu sensibilisieren, beteiligt sich Baden-Württemberg an einer europaweiten Kontrollwoche.
Handy am Steuer: Kontrollen in BW bis Sonntag
Bis Sonntag kontrolliert die Polizei verschärft, ob Autofahrerinnen und -fahrer am Steuer elektronische Geräte wie Mobiltelefon, Tablet oder Laptop nutzen. Verstöße würden konsequent geahndet, kündigte das Innenministerium in Stuttgart an.
Ablenkung war den Angaben nach im vergangenen Jahr die zweithäufigste Ursache tödlicher Verkehrsunfälle in Baden-Württemberg. "Keine E-Mail oder Kurznachricht ist ein Menschenleben wert", betonte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Zudem warnte er: "Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden lang Nachrichten auf dem Smartphone checkt, sieht 30 Meter lang nicht, was vor ihm passiert - ob vor ihm gebremst wird, die Ampel auf Rot springt oder plötzlich ein Kind auf die Fahrbahn läuft." Unfallforscher, Polizei und Politik warnen immer wieder, dass Ablenkung im Straßenverkehr unterschätzt wird.
Verkehrssicherheit: So kontrolliert die Polizei in BW
Die Kontrollen in Baden-Württemberg finden laut Ministerium sowohl an stationären Kontrollstellen als auch mobil statt. "Dabei strebt die Polizei Baden-Württemberg flächendeckend einen möglichst hohen Kontrolldruck an", heißt es. Die sogenannte europaweite Roadpol-Kontrollwoche steht unter dem Motto "Focus on the Road" ("Konzentrieren Sie sich auf die Straße"). Roadpol steht für "European Roads Policing Network" und ist aus einem Zusammenschluss von Verkehrspolizeien aus der Europäischen Union hervorgegangen. Das Ziel: weniger Tote und Schwerverletzte nach Verkehrsunfällen auf europäischen Straßen.
Kopfhörer und Anschnallpflicht ebenfalls Schwerpunkte
Es gehe nicht nur um Handys, sondern auch um Kopfhörer, falsch gesicherte Ladung oder unzureichend gesicherte Kinder. Auch Lastwagen- und Radfahrer seien im Fokus. Aus Sicht des Ministeriums sollen das Bewusstsein für das Thema Ablenkung und die daraus resultierenden Gefahren im Straßenverkehr geschärft und die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmenden gesteigert werden. "So sollen schwere Unfälle verhindert, die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht und Menschenleben geschützt werden", so das Ministerium.