Nach dem Streik an Universitäten und Hochschulen im Land sind für Donnerstag bundesweit Lehrerinnen und Lehrer im Angestelltenverhältnis zu einem "Streiktag Bildung" aufgerufen worden. Die Initiative dazu kam von der Bildungsgewerkschaft GEW. Im Vorfeld kündigte sie an, dass allein in Baden-Württemberg dadurch wohl mehrere tausend Unterrichtsstunden ausfallen könnten. Hintergrund des Streiks sind die laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder.
In Baden-Württemberg sind etwa zehn Prozent aller Lehrkräfte Angestellte, also nicht Beamtinnen und Beamte - verteilt über alle Schulformen. Wenn sich von diesen rund 12.000 Beschäftigten wiederum zehn Prozent am Streik beteiligen, könnten 5.000 Unterrichtsstunden ausfallen, rechnete die GEW beispielhaft vor. Der Ausstand betrifft außerdem die acht Heimsonderschulen im Land. Diese werden ihre Internate laut GEW voraussichtlich schließen müssen oder nur im Notdienst betreiben können.
Zentrale Kundgebung in Mannheim
Zentrale Veranstaltungen sind in Deutschland in fünf Städten geplant: in Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und Mannheim. Ab 12:45 Uhr soll es eine Kundgebung am Mannheimer Schloss geben, anschließend ist ein Demonstrationszug durch die Innenstadt zum Wasserturm geplant. Die GEW rechnet mit rund 1.500 Teilnehmern und Teilnehmerinnen, auch aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Erwartet werden Lehrkräfte, Erzieher und Sozialarbeiter im Landesdienst sowie studentische Beschäftigte. Auch einige Beamte und Beamtinnen würden sich in ihrer Freizeit aus Solidarität an der Aktion beteiligen, so die Gewerkschaft.
Im aktuellen Tarifstreit im öffentlichen Dienst der Länder fordern die Gewerkschaften - neben der GEW auch ver.di und Deutscher Beamtenbund - sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeberseite hat bisher kein Angebot vorgelegt, die Forderung aber als unbezahlbar abgelehnt. Die Verhandlungen werden am 11. Februar in Potsdam fortgesetzt.