Es wuchert auf Kieswegen und Kiesflächen zwischen Gräbern: Unkraut, das so manchen Friedhof verwildert aussehen lässt und viele Besucher stört. Denn die Kommunen schaffen es teils nicht, es immer wieder zu entfernen. Der Grund: Es fehlt das Personal, und es fehlen effektive und wenig aufwändige Bekämpfungsmethoden.
Unkraut auf dem Friedhof: Stadt bittet Besucher, beim Zupfen zu helfen
Das Unkraut von Gräbern zu entfernen, ist Aufgabe der Angehörigen. Doch was zwischen Gräbern und auf den Friedhofswegen wuchert, dafür sind die Kommunen zuständig. Doch sie kommen teils nicht mehr hinterher. In Weingarten (Kreis Ravensburg) etwa: Dort rief die Stadt jüngst Friedhofsbesucher auf, dem Bauhof beim Unkrautjäten zu helfen, weil er dafür zu wenig Personal hat.
Ein Problem, das man auch in Biberach, Friedrichshafen, Sigmaringen und Bad Wurzach (Kreis Ravensburg) kennt. Auch dort wuchert das Unkraut auf Kiesflächen von Friedhöfen. Und es zu bekämpfen, ist aufwändig. Bauhofmitarbeitende oder Dienstleister müssten mit Heißwasser- oder Dampfgeräten ran oder das Unkraut abbrennen, so die Städte gegenüber dem SWR. Der Einsatz effektiver Unkrautvernichtungsmittel hingegen sei verboten.
Wie gut Alternativen zur chemischen Keule funktionieren, hänge auch von der Art des Unkrauts ab, erklärt die Stadt Leutkirch im Allgäu (Kreis Ravensburg). Sie setzt vier- bis fünfmal jährlich auf das ökologische Heißwasserverfahren. Insbesondere bei Gräsern sei die Wirkung sehr gut. Bei tiefwurzelnden Pflanzen wie dem Löwenzahn hingegen sei der Erfolg meist von kurzer Dauer.
Ähnlich ist es beim Abflammen von Unkraut per Gasbrenner. Die Hitze zerstört zwar die Zellen der Pflanzen, sodass sie nach einigen Tagen leicht entfernt werden können. In wenigen Wochen aber wächst das Unkraut wieder nach und die Prozedur muss wiederholt werden.
Keine Unkrautprobleme auf Friedhöfen mit Grasflächen
Vom Unkrautproblem verschont bleiben Friedhöfe mit Gras- statt Kiesflächen, etwa in Ravensburg und Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg). Und auch in Konstanz läuft alles rund. Laut einer Sprecherin wurde bereits vor einigen Jahren damit begonnen, Nebenwege, die aus Kies und Splitt bestanden, renaturieren zu lassen. Die so entstandenen Wiesen würden einfach regelmäßig gemäht.
Jenen Weg wollen nun auch andere Städte und Gemeinden gehen, die Kiesflächen auf ihren Friedhöfen haben. Beispiele sind Friedrichshafen und Weingarten sowie Sigmaringen. In Sigmaringen heißt es, man stelle im Moment alle Flächen, die keine Haupt- oder Gehwege sind, von pflegeintensivem Splitt auf Grasflächen um. "Das entlastet den Dienstleister, schont das Budget und sorgt langfristig für ein gepflegtes Gesamtbild", sagt eine Sprecherin.