Grün-braune Schleimklumpen treiben derzeit auf der Wasseroberfläche des Kleinen Sees in Lindau. Die Auswertung der Gewässerproben hat laut dem Lindauer Gesundheitsamt den Verdacht bestätigt, dass es sich um sogenannte Blaualgen (benthische Cyanobakterien).
Diese würden vor allem bei niedrigem Wasserstand und viel Sonnenlicht auch im Süßwasser wachsen. Ihre Giftstoffe könnten bei Menschen zu Hautreizungen und Durchfall führen. Für Hunde seien Blaualgen sogar lebensgefährlich. Das Gesundheitsamt Lindau empfiehlt deshalb, nicht im Kleinen See zu baden, sondern stattdessen auf offizielle Badestellen wie Strandbäder auszuweichen.
Blaulagen: Entwarnung in Eriskirch
Anzeichen für Blaualgen gab es auch bei Eriskirch im Bodenseekreis. Das Landratsamt hat mittlerweile aber Entwarnung gegeben, denn in den Gewässerproben habe man keine auffällige Menge an Blaualgen feststellen können, so ein Sprecher.
Am Untersee sind es nicht die Algen, die Probleme bereiten. Dort lässt das niedrige Wasser Boote in Radolfzell (Kreis Konstanz) kaum noch ihre Liegeplätze erreichen.
Problem für Bootsbesitzer: Niedrigwasser
Eine Fahrt mit seinem Holzboot war zuletzt nicht möglich, wie Jan Herzog, Vorstandsmitglied im Yachtclub Radolfzell, berichtet. Der Pegel sei so niedrig gewesen, dass das Boot über den Seeboden schrammte. Die Folge: Für etliche Bootsbesitzer ist die Saison schon jetzt zu Ende.
Wassertemperaturen überdurchschnittlich hoch Hitzesommer trifft Bodensee, Donau, Neckar und Rhein - teils extremes Niedrigwasser
Die Trockenheit sorgt für extrem niedrige Wasserstände in Flüssen und Seen. Und die Wetterprognose für den August liefert wenig Grund zur Hoffnung.
Auch der Eisenbahner Sportverein Radolfzell sucht nach Lösungen. "Wir probieren jetzt natürlich, dass die Boote mit wenig Tiefgang noch ins Wasser kommen", sagt Kai Genter, Vorstandsmitglied des Vereins. Der Blick in die Zukunft bereitet ihm Sorgen. Denn ein Ausgraben des Hafens sei keine Option. "Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder mehr Wasser haben und dass dann alle wieder zufrieden sind", so Genter.
Qualität des Wassers im Bodensee ist gut
Die gute Nachricht: Die Wasserqualität im Bodensee ist - von einzelnen Stellen wie in Lindau abgesehen - aktuell grundsätzlich gut. Gesundheitsämter prüfen alle zwei Wochen, ob Keime oder andere Belastungen im Wasser auftreten, die beim Baden problematisch werden könnten. "Im schlimmsten Fall wird man eine Warnung aussprechen. Und im allerschlimmsten Fall wird für den Moment ein Badeplatz gesperrt - einfach aus prophylaktischen Gründen", berichtet Robert Schwarz, Sprecher des Landratsamts Bodenseekreis. In jüngerer Zeit sei das im Bodenseekreis jedoch nicht nötig gewesen.
Und auch für die Qualität des Trinkwassers sind die Wassertemperatur und der niedrige Pegel nach Angaben des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung kein Problem. In 60 Meter Tiefe, wo das Wasser gefördert werde, sei ausreichend Wasser vorhanden. Und dort würden auch die Bedingungen - eine konstante Temperatur von etwa fünf Grad Celsius - das ganze Jahr über für eine gute Qualität sorgen.