Viele Jahre hat die Stadt Ravensburg dafür gekämpft, am Mittwoch ist sie offiziell an den Start gegangen: die Videoüberwachung am Vorplatz des Ravensburger Bahnhofs und am benachbarten Bus-Bahnhof. Immer wieder war es dort zu Straftaten gekommen, bis hin zum Mord.
An drei Standorten im Bereich des Ravensburger Bahnhofs sind nun Kameratürme aufgebaut. Insgesamt zwölf Kameras zeichnen das Geschehen auf. Nach 72 Stunden werde das Bildmaterial wieder gelöscht. Außer es geschehe eine Straftat, so Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp (CDU). Dann werde das Material gesichtet und Delikte könnten schneller aufgeklärt werden.
Polizeipräsident Stürmer: Sicherheitsgewinn durch Videoüberwachung
Außerdem hätten die Kameras eine präventive Wirkung, ergänzt der Ravensburger Polizeipräsident Uwe Stürmer. Auch er hatte sich jahrelang für eine Videoüberwachung im Bahnhofsbereich eingesetzt.
Ich bin sehr froh, dass wir endlich nach dieser jahrelangen Hängepartie in Ravensburg am Bahnhofsvorplatz eine Videoüberwachung haben. Das wird ein Sicherheitsgewinn.
Stürmer sagt, der Bahnhofsbereich werde sicherer, weil Menschen, die Straftaten begehen, sich das zweimal überlegen würden, ob sie das vor laufender Kamera tun. Außerdem hätte die Polizei eine deutlich bessere Möglichkeit, Verbrechen schnell und beweiskräftig aufzuklären. Auch bei Bürgerinnen und Bürgern in Ravensburg kommt die Videoüberwachung überwiegend gut an.
Frau wurde am Bahnhof Ravensburg getötet
Vor vier Jahren war am Bahnhof eine Frau getötet worden. In letzter Zeit gab es immer wieder Massenschlägereien. So hatten Schlägereien zweier Jugendgruppen Anfang Februar erneut die Diskussion um eine Videoüberwachung entfacht. Doch hohe rechtliche Hürden beim Datenschutz hatten das Projekt lange blockiert.