Am Freitagabend hat die traditionsreiche Rathausoper in Konstanz zum 42. Mal Premiere gefeiert. Dieses Jahr auf dem Programm: "Abu Hassan" von Carl Maria von Weber - erzählt nach einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Bis zum 23. August finden insgesamt sechs Aufführungen statt.
"Abu Hassan" - Lebenskünstler aus Tausendundeiner Nacht
Von einem hohen Turm hängen orangefarbene Stoffbahnen, die im Licht der Scheinwerfer schimmern. Davor ein kleiner, festlich gedeckter Tisch mit Wein, Blumen und Früchten. Ein Ehepaar sitzt daran: Fatime und Abu Hassan leben im Bagdad aus Tausendundeiner Nacht. Das Paar hat Schulden, denn Hassan liebt Wein und ausgelassene Feste. Als die beiden zu Hause von Gläubigern überrascht werden, entwickelt Abu Hassan einen aberwitzigen Plan, um an Geld zu kommen.
In der rund einstündigen Oper täuschen Abu Hassan und seine Frau jeweils den Tod des anderen vor, um vom Kalifen Beerdigungsgeld zu erhalten. Als widersprüchliche Nachrichten den Hof erreichen, nimmt die Geschichte ihren Lauf. Zusammen mit dem Kammerorchester der Rathausoper erwecken die Solistinnen und Solisten den Innenhof des historischen Konstanzer Rathauses zum Leben. Dort finden rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauer Platz. Regie führt Andreas Merz.
Ich mag an dem Stück diese total naive Energie von den Hauptcharakteren, weil die das Leben spielen. Die spielen sich durch alle Gefühle. Die spielen sich durch Eifersucht, durch Trauer, durch Liebe, durch Hass, durch alles. Aber es ist immer ein Spiel, es ist immer leicht und das hat so etwas Unschuldiges, Erstrebenswertes.
Bei schlechtem Wetter wird die Aufführung in die Spiegelhalle des Theaters Konstanz verlegt. Noch sind nicht alle Vorstellungen ausverkauft.