Behörden bestätigen Nachwuchs

Erstes Wolfsrudel in Liechtenstein nachgewiesen

In Liechtenstein ist erstmals ein Wolfsrudel bestätigt worden. Der Beweis, dass es tatsächlich um ein Rudel Wölfe handelt, ist einem Wildhüter zu verdanken.

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Ein Wildhüter hat in dieser Woche erstmals sechs Wolfswelpen in einem Berggebiet in Liechtenstein fotografiert. Das ist der Beweis, dass wieder ein Wolfsrudel im Fürstentum Liechtenstein lebt.

Das Eltern-Wolfspaar werde bereits seit Anfang des Jahres beobachtet und dokumentiert, sagte Wildhüter Dominik Frick dem SWR. Zuvor seien tote Hirsche gefunden worden. "Wir hatten im Frühjahr oder Ende Winter mehrere Risse von Rotwild im südlichen Landesteil von Liechtenstein", so Frick. In diesen Nächten habe er erstmals mit einem Wärmebildgerät die Wölfe sehen können, wie sie durch ihr Revier streiften.

Wildhüter erkannte an Wölfin, dass es Welpen geben musste

Danach hat es laut Frick im April und Mai zunächst keine Sichtungen der Tiere mehr gegeben. Erst Ende Juni, Anfang Juli tauchten die Tiere wieder auf. Frick beobachtete die Wölfin genau. An ihrer Milchleiste erkannte er, dass es Welpen geben müsste.

Dann begann die Suche nach den Welpen. Das Berggebiet in Liechtenstein biete von vielen exponierten Punkten aus eine gute Übersicht, so der Wildhüter. Als Frick die Wölfin sah, wusste er: Die Wurfhöhle kann nicht weit entfernt sein. So habe er den Bereich stark eingrenzen können, in dem die Jungtiere sich aufhielten.

Beim ersten Anblick der Welpen zittern Frick die Hände

Als er die Tiere zum ersten Mal zu Gesicht bekam, war die Anspannung groß. "Wenn es dann wirklich soweit ist und man einen Haufen herumtollender Wolfswelpen beobachten kann, ist das ein spezielles Gefühl“, sagte Frick. Da hätten ihm schon die Hände gezittert.

Um die Tiere nicht zu stören, achte Frick darauf, die Tiere aus ausreichender Entfernung zu beobachten. Bei den Wolfswelpen seien es rund 400 bis 500 Meter gewesen. Ausgerüstet sei der Wildhüter dafür mit einem Fotoapparat, einem Spektiv beziehungsweise Fernrohr und einem Stativ.

Welpen spielten und rauften sich

Etwa eine halbe Stunde lang habe er sehen können, wie die Welpen über die Weide spielten, miteinander rauften und liefen. Dann verschwanden sie laut Frick schlagartig im Dickicht. Er geht davon aus, dass die Wölfin in der Nähe war, sie beobachtet und die Jungtiere nach einer Weile zu sich gerufen hat.

Für den Wildhüter ist klar: Die Entwicklung des Rudels wird jetzt rasant weitergehen. Die Welpen wachsen schnell, ihr Aktionsradius vergrößert sich von Tag zu Tag. Er will seine regelmäßigen Beobachtungstouren fortsetzen und hofft, "dass sich die Wölfe so weiterentwickeln wie bisher und so konfliktarm bleiben, wie sie bis jetzt waren".

Jungwölfe könnten weiterziehen

Der Wildhüter geht davon aus, dass sich die meisten Jungwölfe bis zum nächsten Frühjahr auf die Wanderschaft machen und ein eigenes Territorium suchen. Wie weit sie dabei ziehen, sei sehr unterschiedlich.

Angst vor den Wölfen in seinem Gebiet hat Dominik Frick nicht. Aus seiner Sicht sei der Wolf für Menschen grundsätzlich keine Gefahr - solange die Tiere gesund seien und Menschen bestimmte Regeln beachten.

Wildhüter fürchtet Wölfe nicht

Wichtig sei vor allem, Wölfen nicht hinterherzugehen oder sich ihnen absichtlich zu nähern. Wer einem Wolf begegne, sollte sich bemerkbar machen, etwa durch Stimme oder Klatschen. "Wölfe sind grundsätzlich scheue Tiere und suchen keinen Kontakt zu den Menschen", so Frick. Er will die Entwicklung des Rudels weiter begleiten - und beobachten, wie sich Liechtensteins erste Wolfsfamilie ihren Platz im Alpenraum erobert.

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Erstmals publiziert am
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Audiobeitrag
Esther Leuffen
SWR-Redakteurin Esther Leuffen Autorin Bild
Onlinefassung
Moritz Kluthe
SWR-Redakteur Moritz Kluthe Autor Bild

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