Nach dem Großbrand in zwei Höfen in Ottershofen, einem Teilort von Grünkraut (Kreis Ravensburg), wird das Ausmaß des Schadens sichtbar. Die Polizei hat am Donnerstagnachmittag die Zahl der Verletzten nach oben korrigiert. Zwölf Einsatzkräfte und ein Anwohner wurden dabei verletzt und 22 Kühe und vier Kälber verendeten. Der Sachschaden wird laut Polizei auf 2,5 Millionen Euro geschätzt.
Erst war am Mittwochabend in einem landwirtschaftlichen Betrieb ein Feuer ausgebrochen. Während der Löscharbeiten brach rund 350 Meter entfernt ein weiteres Feuer in einem Stallgebäude aus. Das zweite Gebäude geriet vermutlich durch starken Wind und Funkenflug in Brand, so die Polizei.
Löscharbeiten erst am nächsten Morgen beendet
Während am ersten Brandherd keine Tiere zu Schaden kamen, verendeten im zweiten Stallgebäude 22 Kühe und vier Kälber. Bei den Löscharbeiten wurden insgesamt 13 Menschen verletzt. Elf Feuerwehrleute und ein Anwohner, der bei den Löscharbeiten unterstützte, erlitten bei der Explosion von Gasflaschen, die im ersten Brandgebäude gelagert waren, ein Knalltrauma. Ein weiterer Feuerwehrmann verletzte sich am Fuß.
Neben den beiden Stallgebäuden brannte auch ein angebautes Wohnhaus, das zum Zeitpunkt des Brandes unbewohnt war, größtenteils ab. Durch die Explosion der Gasflaschen wurden laut Polizei zudem mehrere benachbarte Wohn- und Nutzgebäude teils erheblich beschädigt. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden an, auch am Donnerstagnachmittag war die Feuerwehr noch mit Nachlöscharbeiten an beiden Brandorten beschäftigt.
Bürgermeister lobt Hilfsbereitschaft von Einsatzkräften
Eine Sprecherin der Polizei sagte dem SWR, Landwirte hätten aus der Umgebung Güllewagen mit Wasser an den Brandort gefahren, um die Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten zu unterstützen. Grünkrauts Bürgermeister Holger Lehr (parteilos) dankte ihnen und den vielen Einsatzkräften im SWR für die große Hilfsbereitschaft.
Ich fand es toll, dass sowohl im Dorf wie auch außerhalb des Dorfes eine sehr große Hilfsbereitschaft da war und auch die Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei, DRK, THW, so nahtlos ineinander übergegriffen haben.
Insgesamt waren rund 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungskräften, Polizei und THW am Einsatz beteiligt, darunter auch 60 ehrenamtliche und 20 hauptamtliche Einsatzkräfte von DRK und Johannitern. Laut dem DRK Kreisverband kümmerten die Helfer sich unter anderem um die Absicherung und Verpflegung sowie um die psychologische Betreuung anderer Einsatzkräfte.
Zeitweise war Ottershofen ohne Strom
Aus Sicherheitsgründen stellte die EnBW am Mittwochabend auch den Strom in Ottershofen ab. Am Donnerstag waren bis auf wenige Häuser alle Haushalte des Dorfs wieder ans Stromnetz angeschlossen. Die Warnapp NINA hatte am Donnerstagabend zeitweise sowohl für den Kreis Ravensburg als auch für den Bodenseekreis vor möglichen Rauchgasen gewarnt. Die Rauchsäule des Brandes war bis nach Friedrichshafen sichtbar.