Nach knapp sechs Wochen sind die Binninger Waldrappe und ihre menschlichen Ziehmütter vom Waldrappteam in Vejer de la Frontera angekommen, ihrem Ziel im spanischen Andalusien. Dort wurde das Team feierlich empfangen. "Medien und die Umweltministerin sind gekommen", sagte Amelie Muntschick vom Waldrappteam dem SWR.
Menschengeführte Migration verlief erfolgreich
Der Flug nach Spanien lief in diesem Jahr laut Waldrappteam sehr erfolgreich. "Die Vögel sind sehr gut dem Fluggerät gefolgt", so Campleiterin Amelie Muntschick vom Waldrappteam. Es sei die schnellste Migration nach Spanien bislang gewesen. Lediglich die Wetterbedingungen hätten das Waldrappteam gelegentlich ausgebremst.
Extremwetter und Waldbrände machen keine Probleme
Befürchtungen vor dem Start, dass die schweren Waldbrände in Spanien und Südfrankreich die Migration gefährden könnten, erwiesen sich als unbegründet. "Wir haben zwar immer wieder Extremwetter wie heftige Stürme oder Starkregen auf der Route gehabt, aber dann die Pausen so gelegt, dass wir die umgangen sind", so Amelie Muntschick.
Orientierungsflüge in Andalusien
Die Waldrappe sind nun zwar an ihrem Ziel angekommen, ganz frei sind sie aber noch nicht. Noch bis Dezember werden sie auch noch Zeit in ihrer Voliere verbringen und sich schrittweise an ihre neue Heimat gewöhnen. Erst dann werden sie vor Ort komplett ausgewildert. Damit die Tiere sich auch in der Gegend orientieren können, hat das Waldrappteam in den letzten Tagen mehrere Orientierungsflüge unternommen. In Andalusien gibt es bereits eine bestehende Waldrapp-Population. Diesen Tieren werden sich nun auch die Binninger Waldrappe anschließen, bis sie geschlechtsreif sind. In drei Jahren werden sie dann wieder am Bodensee zurückerwartet, um dort erstmals zu brüten.