Leere Häfen und Probleme beim Angeln

Niedrigwasser am Bodensee setzt auch die Fischer unter Druck

Den Anglern und Fischern am Bodensee macht der anhaltend niedrige Wasserstand zu schaffen. Sie können teilweise aus ihren Häfen nicht mehr hinausfahren. Und wie geht es den Fischen?

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Von Autor/in Alfred Knödler

Der Wasserstand des Bodensees liegt Anfang Oktober unter 2,50 Meter. Das ist mehr als ein Meter weniger als das langjährige Mittel zu diesem Zeitpunkt im Jahr. Das anhaltende Niedrigwasser macht nicht nur den Schiffsbetrieben und Seglern zu schaffen. Auch Sport- und Berufsfischer haben Probleme.

Leere Häfen und Schwierigkeiten beim Angeln: Womit Fischer zu kämpfen haben

Durch den niedrigen Wasserstand sehen sich vor allem die Berufsfischer am Bodensee vor ein großes Problem gestellt. Wegen der zunehmenden Verlandung können viele von ihnen ihre eigenen Häfen nicht mehr anfahren. Das erklärte Fischereimeister Karl-Heinz Liebsch gegenüber dem SWR. Seine eigene Anlegestelle in Friedrichshafen-Fischbach sei aktuell nicht mehr erreichbar. Er müsse deshalb in den Hafen der Bodenseeschiffsbetriebe in Friedrichshafen ausweichen. Das gehe aber nur in der Nebensaison.

Anders sehe die Situation für Freizeitfischer aus, heißt es von Thomas Lang. Er ist Vizepräsident des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg. Abgesehen vom An- und Ablegen hätten Sportfischer mit ihren Booten keine größeren Probleme. Schwieriger sei es dagegen für Angler. Wer vom Ufer aus Fische fangen wolle, erreiche an vielen Stellen das tiefere Wasser überhaupt nicht mehr.

Ein Sportangler fischt im Bodensee vor Konstanz. Das Niedrigwasser macht Berufsfischern und Anglern Probleme.
Im Konstanzer Trichter ist das Angeln noch vom Ufer aus möglich. Das ist es längst nicht mehr überall am Bodensee. Alfred Knödler

Mensch stresst Fische: Braucht es ein Badeverbot wie in der Schweiz?

Das Niedrigwasser macht Thomas Lang aber wegen der Fische noch viel größere Sorgen. Als Beispiel nennt er die Sandbänke vor der Konstanzer Rheinbrücke - im Frühjahr ein beliebter Laichplatz für Äschen. Die Sandbänke seien völlig trocken gelaufen. Wenn dann noch Badende auf die Insel gingen und den Untergrund mit ihren Füßen verdichteten, mache er sich ernsthafte Sorgen um die Laichplätze, erklärte Lang im SWR-Interview.

Ohnehin sei der Druck der Badegäste auf die Fische im Bodensee enorm. Menschen mit Luftmatratzen, Standups, Paddelbooten oder Metalldetektoren gingen auf die im Niedrigwasser entstandenen Inseln und setzten die ohnehin vom warmen Wasser beeinträchtigen Fische unnötigem Stress aus. Eine zusätzliche Belastung seien dann noch die Fischreiher und Kormorane, die von den Sandbänken aus Jagd auf die Fische machten.

Thomas Lang, ebenfalls tätig als Fischereiaufseher der Stadt Konstanz, sieht in diesem Zusammenhang die Schweiz als positives Beispiel. Dort würden an ähnlichen Stellen in Flüssen und Seen im Sommer von den Behörden Badeverbote ausgesprochen. Als Glücksfall bezeichnet er, dass auf dem Seerhein und am Untersee zu dieser Jahreszeit kaum noch Ausflugsschiffe fahren. Zumindest das verringere den Druck auf die Fische.

Bestimmte Fischarten profitieren von den aktuellen Bedingungen

Laut Fischereimeister Karl-Heinz Liebsch leiden aber nicht alle Fische unter dem Niedrigwasser. So könnten sich die Bodensee-Felchen in kühlere Wasserschichten in rund 20 Meter Tiefe zurückziehen. Durch die hohen Wassertemperaturen des Bodensees im Sommer hätten auch die wärmeliebenden Karpfen dieses Jahr viel Nachwuchs bekommen. Ebenso hätten beispielsweise Schleien, Karauschen und Döbel in der Laichzeit vom warmen Wetter profitiert. Das komme auch den Berufsfischern zugute, die in den vergangenen Jahren verstärkt Karpfenfische fangen und vermarkten.

Ein Sportangler fischt im Bodensee vor Konstanz. Das Niedrigwasser macht Berufsfischern und Anglern Probleme.
Diesmal ist dem Sportangler in Konstanz ein Döbel an den Haken gegangen. Alfred Knödler
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Alfred Knödler
SWR-Redakteur Alfed Knödler Autor Bild
Onlinefassung
Jan Niklas Bauscher
SWR-Redakteur Jan Niklas Bauscher Autor Bild

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