Saison am Bodensee beginnt

Apfelernte: Was man über Sorten, Preise und Qualität wissen sollte

Am Bodensee werden die ersten Äpfel geerntet. Welche Apfelsorten sind beliebt? Wie haben sich die Preise entwickelt? Wie ist die Qualität? Antworten auf häufige Fragen rund um den Apfel gibt es hier im Überblick.

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Stand

Die Apfelsaison am Bodensee ist am Donnerstag in Markdorf (Bodenseekreis) offiziell eröffnet worden, die Ernte der frühen Sorten hat bereits begonnen. Die Bodenseeregion ist neben dem Alten Land südlich von Hamburg das wichtigste deutsche Anbaugebiet für Äpfel. Rund ein Viertel der deutschen Apfelernte kommt vom Bodensee.

Wie läuft die Apfelernte 2025 - mit welchen Erträgen ist zu rechnen?

Die Obstbauern am Bodensee rechnen für dieses Jahr mit qualitativ hochwertigen Äpfeln. Geschätzt wird, dass rund 227.000 Tonnen geerntet werden. Das sind zehn Prozent weniger als 2024, damals gab es allerdings eine Rekordernte. Thomas Heilig, Obstbauer aus Bavendorf im Kreis Ravensburg, sagte dem SWR, deshalb müssten sich die Bäume jetzt erstmal "erholen". Der geringere Ertrag in diesem Jahr liege aber auch an der in diesem Jahr geringeren Größe der Äpfel. Zudem habe die Trockenheit in einigen Regionen am Bodensee den Obstbäumen zugesetzt.

Wie entwickeln sich die Preise für das Obst?

Äpfel sind in diesem Jahr zunächst teurer, dann wieder günstiger geworden. Während sie auf dem EU-Markt vor einem Jahr 0,97 Euro pro Kilo kosteten, lag der Preis im Juli dieses Jahres bei 1,07 Euro pro Kilo - ein Preisanstieg in Höhe von rund zehn Prozent. Im August sank der Preis wieder um zehn Cent.

Eine Grafik zeigt die Entwicklung des Apfelpreises: Die Preise sind gegenüber 2024 gestiegen.
Pressestelle DG AGRI

Was sind die beliebtesten Sorten?

Die im Anbau beliebtesten "klassischen" Apfelsorten am Bodensee sind Elstar, Jonagold, Gala und Braeburn. Zudem werden auch sogenannte Clubsorten angebaut. Dazu gehören zum Beispiel "Kanzi" und "Fräulein", die vor allem bei jüngeren Menschen beliebt sind (siehe unten unter "Wie versucht die Branche, jüngere Menschen wieder für Äpfel zu begeistern?").

Wie wirkt sich der Klimawandel auf Anbau und Erträge aus?

Mit dieser Frage beschäftigt sich das Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB) in Ravensburg-Bavendorf seit Jahren intensiv. Der Klimawandel verschiebt nämlich die Vegetationsperioden. Mildere Winter und warme Frühjahre führen dazu, dass die Apfelbäume in der Region im Schnitt zwei Wochen früher blühen als vor 30 Jahren. Gleichzeitig birgt dies aber auch die Gefahr von Spätfrösten. Deshalb setzen die Obstbauern Frostberegnungsanlagen oder Windmaschinen ein, um die Blüten zu schützen.

Mit Eis überzogene rosane Apfelblüten.

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Stimmt es, dass jüngere Menschen weniger Äpfel essen?

Das könnte sein. Marktforschungen zeigen nämlich, dass die "Generation Z", also die 12-27-Jährigen, Äpfel als "klassisch" und "konservativ" ansieht. Jüngere Menschen greifen offenbar lieber zu exotischeren Früchten wie Mango, Avocado oder Beeren, die mehr Lifestyle-Charakter haben und in sozialen Medien gepusht werden. Das lässt sich jedenfalls aus einer Studie des Rheingold-Instituts im Auftrag von Nestlé ableiten, die unter dem Titel: "So is(s)t Deutschland 2024" erschien. Heraus kam dabei auch, dass Jüngere Ernährung als "Belastung" empfinden. Statt zu frischen Produkten griffen sie deshalb lieber auf Lieferdienste zurück.

Wie versucht die Branche, jüngere Menschen wieder für Äpfel zu begeistern?

Obstbauern und Obstbauverbände versuchen verstärkt, die "Gen Z" per Instagram, YouTube oder TikTok zu erreichen. Influencer zeigen Apfel-Bowls, Fitness-Snacks oder Apfel-Smoothies. Zudem machen viele Obstbauern darauf aufmerksam, dass sie nachhaltig produzieren und dass die Äpfel auf kurzem Weg entweder direkt vermarktet oder in regionalen Supermärkten verkauft werden.
Zudem wurden "Club"-Apfelsorten wie "Pink Lady", "Kanzi" oder "Jazz" eingeführt, die süßer, knackiger und optisch auffälliger sind als die herkömmlichen Arten.

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