Genuss statt Schnelligkeit

Espresso für Höhenmeter: Gravel-Ausfahrt beim Ultra-Bike in Kirchzarten

Bergauf und bergab, ohne Zeitstress, dafür mit Brägele und Baristas: Rund 500 Biker sind beim Black Forest Ultra Gravel in Kirchzarten gestartet. Auf dem Programm: Höhenmeter und Genuss-Hotspots.

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Stand

Von Autor/in Anita Westrup

Klickschuhe an, Helm auf, ab auf den Sattel: Am Samstag dreht sich in Kirchzarten (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) alles ums Gravelbiken. Rund 500 Radlerinnen und Radler sind am Morgen losgezogen. Sie machen beim Black Forest Ultra Gravel mit, der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet. Was dabei für viele nicht fehlen durfte: ein Espresso vor den ersten Höhenmetern.

Gravelbiken beliebt: Teilnehmerzahl verdoppelt

Samstagmorgen in Kirchzarten: Die Fußgängerzone hat sich in eine einzige Gravelbike-Meile verwandelt. Smaragdgrün, lachsfarben, klassisch schwarz - die Bikes glänzen in allen möglichen Farben und Stilrichtungen. Ebenso bunt sind die Trikots der Fahrerinnen und Fahrer. Viele schlürfen noch einen Espresso, justieren ihre Räder - entspannte Vorfreude auf die Tour liegt in der Luft. Rund 500 Rad-Enthusiastinnen und -Enthusiasten haben sich für den Black Forest Ultra Gravel angemeldet - doppelt so viele wie bei der Premiere im vergangenen Jahr.

Zur Auswahl stehen zwei Strecken: eine mit 80 Kilometern und 1.500 Höhenmetern, die andere mit 135 Kilometern und rund 2.500 Höhenmetern. Start und Ziel ist jeweils in Kirchzarten. Dazwischen: der Hochschwarzwald - mit wechselndem Untergrund, von Asphalt über Waldwege bis hin zu grobem Schotter. Genau dafür sind Gravelbikes gemacht. "Das Schöne ist, dass man in der Natur fahren kann und nicht nur auf der Straße, das gefällt mir am meisten am Gravelbiken", sagt eine Teilnehmerin, die gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Nichte an den Start geht.

Zwei Bar müssen rein: die letzten Vorbereitungen vor dem Start des Black Forest Ultra Gravel in Kirchzarten.
Zwei Bar müssen rein: die letzten Vorbereitungen vor dem Start des Black Forest Ultra Gravel in Kirchzarten. Anita Westrup Bild in Detailansicht öffnen
Friederike fährt seit einem Jahr Gravel-Bike. Zum Start der Tour sind ihre Eltern mitgekommen, um anzufeuern.
Friederike fährt seit einem Jahr Gravel-Bike. Zum Start der Tour sind ihre Eltern mitgekommen, um anzufeuern. Anita Westrup Bild in Detailansicht öffnen
Felix Winterhalter gehört zum Organisationsteam des Black Forest Ultra Gravel. Er selbst fährt übrigens kein Gravel-Bike.
Felix Winterhalter gehört zum Organisationsteam des Black Forest Ultra Gravel. Er selbst fährt übrigens kein Gravel-Bike. Anita Westrup Bild in Detailansicht öffnen
Doppelt behütet: Passend zum Black Forest Ultra Gravel fährt dieser Mann mit einer Miniatur-Ausgabe eines roten Bolleshutes auf dem Helm los.
Doppelt behütet: Passend zum Black Forest Ultra Gravel fährt dieser Mann mit einer Miniatur-Ausgabe eines roten Bollenhutes auf dem Helm los. Anita Westrup Bild in Detailansicht öffnen
Der ehemalige Ultrabike-Chef Benjamin Rudiger ist mit seinem Handbike bei der Gravel-Tour dabei.
Der ehemalige Ultrabike-Chef Benjamin Rudiger ist mit seinem Handbike bei der Gravel-Tour dabei. Bild in Detailansicht öffnen

Gemeinsame Ausfahrt statt Wettbewerb

Beim Black Forest Ultra Gravel steht nicht der Wettbewerb im Vordergrund - ganz im Gegenteil. "Es geht um Genuss, um Gemeinschaft, ums Miteinanderfahren - mit dem Kumpel oder mit neuen Freunden", sagt Felix Winterhalter vom Organisationsteam. Deshalb gibt es auch keine Zeitmessung. Statt Tempo und Platzierung stehen Landschaft und Kulinarik im Vordergrund.

Mehrere Verpflegungsstationen sorgen unterwegs für Kraft in den Beinen: In Rothaus (Landkreis Waldshut) wartet ein badisches Dreierlei mit Brägele und Wurstsalat, in St. Märgen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) gibt es Fingerfood - dazu Eiscreme und überall Kaffee. "Man muss sich das gut einteilen, letztes Jahr gab es einige, die zu viel gegessen haben", erzählt Winterhalter mit einem Schmunzeln.

Ehemalige Radprofis auf Gravelbikes

Keinen der Verpflegungspunkte auf der 135-Kilometer-Strecke auslassen will Udo Bölts - früherer Radprofi und Tour-de-France-Fahrer. Eigentlich ist er auf dem Rennrad zuhause, doch seit vergangenem Jahr hat er das Gravelbike für sich entdeckt - und sich direkt für die Weltmeisterschaft in Aachen qualifiziert.

Dass in Kirchzarten künftig auch ein großes Gravel-Rennen stattfinden könnte, kann er sich gut vorstellen: "Weltklasse-Sport, weltklasse Athleten - in einer unheimlich schönen Region. Davon würden alle profitieren", meint Bölts. Gemeinsam mit seinem Bruder Hartmut, ebenfalls Ex-Profi, sowie weiteren Familienmitgliedern tritt er beim Black Forest Ultra Gravel in die Pedale.

Rund 500 Gravel-Biker machen beim Black Forest Ultra Gravel mit. Unter ihnen sind die ehemaligen Radprofis Udo Bölts (in der Mitte) und sein Bruder Hartmut Bölts (links im Bild).
Rund 500 Gravelbiker machen beim Black Forest Ultra Gravel mit. Unter ihnen sind die ehemaligen Radprofis Udo Bölts (in der Mitte) und sein Bruder Hartmut Bölts (links im Bild). Anita Westrup

Ultra Bike Marathon mit fast 3.000 Anmeldungen

Am Sonntag waren die Hartgesottenen an der Reihe - beim Black Forest Ultra Bike Marathon. 118 Kilometer und 3.550 Höhenmeter standen auf dem Programm. Das Rennen fand in diesem Jahr zum 25. Mal statt. Rund 2.800 Fahrer haben sich angemeldet, berichtet Felix Winterhalter vom Organisationsteam.

Die Jubiläumsausgabe ist etwas Besonderes: Erstmals findet der Ultra Bike im Weltcup-Format statt. Die Langstrecke in Kirchzarten ist Teil der neuen Marathon-Weltcup-Serie. Der "HERO UCI Marathon Weltcup" umfasst fünf Rennen in Italien, Deutschland und Spanien - mit insgesamt 431 Kilometern und 16.050 Höhenmetern. Kirchzarten ist 2025 erstmals mit dabei.

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