Das Schwimmbad in Herbolzheim (Kreis Emmendingen) ist zwar wieder geöffnet, doch Teile der Liegewiese sind noch gesperrt. Am Montag werden dort letzte Schäden beseitigt. Baumkletterer sind vor Ort, um lose Äste zu sichern. In der Nacht von Freitag auf Samstag hatte es ein Unwetter im Ort gegeben. Das Schwimmbad musste deshalb am Samstag kurzfristig geschlossen bleiben. Nur einen Tag später konnte es wieder geöffnet werden, weil zahlreiche Helferinnen und Helfer den ganzen Samstag aufgeräumt und die Schäden beseitigt hatten. Es ist das einzige Schwimmbad in den umliegenden Gemeinden. An heißen Tagen kommen bis zu 3.000 Badegäste.
Statt Badespaß: Schock am Morgen durch Sturmschäden
"Ich habe erstmal geweint", erzählt Badeleiterin Monja Ludin. Sie habe am Abend zuvor extra alles sauber gemacht, damit sie am Samstag pünktlich öffnen können. "Und dann kommt man her und es ist alles verwüstet", sagt sie. In den Schwimmbecken war Laub und Schmutz. Die Durchschreitebecken waren voll mit Schlamm. Äste lagen herum. Die großen Sonnenschirme waren umgeknickt wie Streichhölzer.
Ihnen blieb keine Wahl, sie mussten das Schwimmbad mindestens den kompletten Samstag schließen. Und das gerade an dem einen Samstag. Weil es so heiß war, sollte das Schwimmbad länger geöffnet bleiben. Sie hätten dafür extra das Personal aufgestockt, erzählt Monja Ludin.
Wir waren sehr traurig.
Der Kiosk hatte für diesen Tag ein besonderes Essens-Angebot geplant. Dafür war bereits alles vorbereitet und bei Instagram hätten sie eine Ankündigung gepostet. "Wir waren sehr traurig. Wir haben uns so gefreut, dass wir den Gästen das Bad länger öffnen können - das tat uns leid", sagt Ludin.
Alle packen mit an, damit Schwimmbad wieder öffnen kann
Doch sie haben sich davon nicht unterkriegen lassen. Bis zu 15 Personen vom Schwimmbad-Team, DLRG, Bauhof und Rathaus haben den ganzen Samstag geschuftet. Sie hätten sich extra beeilt, weil es auch am Sonntag noch heiß bleiben sollte. "Jedes Becken mussten wir bestimmt fünfmal absaugen", sagt Ludin.
Auch Herzbolzheims Bürgermeister, Thomas Gedemer (parteilos), hat mitangepackt. Denn: "Das Schwimmbad ist sehr wichtig, ein richtiger Treffpunkt für Einheimische", sagt Gedemer. Er konnte nur bis mittags bleiben, hat später aber seine Tochter mit Eisbechern für die Helferinnen und Helfer vorbeigeschickt.
Bereits einen Tag später, am Sonntag, konnte das Schwimmbad in Herbolzheim wieder öffnen. Das ging so schnell, "weil alle tatkräftig mitgearbeitet haben", sagt Monja Ludin. Teile der Liegewiesen sind aber zur Sicherheit vorerst noch geschlossen, denn dort stehen viele Bäume. Am Montag sind Baumkletterer der Forstwirtschaft im Bad, um lose Äste aus den Wipfeln zu holen. Spätestens am Dienstag dürften dann alle Unwetterschäden beseitigt sein.
Wie geht es weiter mit dem Herbolzheimer Bad?
Während andernorts Schwimmbäder schließen, hält Herbolzheim an seinem fest. "Wenn wir ganz konsequent sein würden, müssten wir das Bad schließen", sagt Bürgermeister Thomas Gedemer. Denn das Schwimmbad schreibt rote Zahlen. Die Gemeinde müsse jährlich ein Defizit zwischen 350.000 und 420.000 ausgleichen, sagt Gedemer. Insgesamt kostet das Bad pro Jahr rund 600.000 Euro.
"Aber da müsste schon viel passieren, dass wir das Bad schließen", sagt Gedemer. Zuerst würden sie zum Beispiel überlegen, den Eintritt zu erhöhen oder die Öffnungszeiten zu reduzieren. So ein Schwimmbad zu betreiben sei vor allem auch wegen des Fachkräftemangels schwierig, sagt er.
Jetzt hoffen sie erstmal, dass sie das Schwimmerbecken und Babybecken demnächst sanieren können. Aktuell sammelt die Stadt dafür Spenden. Zudem läuft eine Bewerbung für das Förderprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten. Also nach Schließung sieht es in Herbolzheim erstmal nicht aus.