Erst vor wenigen Tagen ist es wieder passiert: Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mussten bei Waldshut-Tiengen eine Frau aus dem Rhein retten. Sie war in Not geraten. Am selben Tag wurde eine weitere Schwimmerin als vermisst gemeldet. Bis heute wurde sie nicht gefunden.
Gerade bei so heißen Temperaturen wie zurzeit zieht es die Menschen überall ans Wasser. Auch an Stellen, wo es sehr gefährlich, sogar lebensgefährlich sein kann. Gerade der Rhein kann - auch wenn er zum Teil harmlos aussieht - zur tödlichen Falle werden. Denn die Gefahren, die der Rhein birgt, werden oft unterschätzt.
Welche Gefahren an Brücken im Rhein lauern
Diese Erfahrung machen auch Felix Ihringer und Jan Laleike von der DLRG Rheinfelden (Kreis Lörrach) regelmäßig. Mit ihrem Einsatzboot düsen sie über den Rhein. In der Grenzregion am Hochrhein werden sie zurzeit mehrmals pro Woche zu Einsätzen gerufen.
Vor allem an großen Brücken unterschätzten Schwimmer die Gefahren völlig, sagen die beiden Rettungsschwimmer. Denn hinter Brückenpfeilern gebe es Verwirbelungen. "Wenn man da reingerät, dann [...] zieht es einen in einen Kreisel, der immer wieder nach oben geht und dann nach unten", warnt Felix Ihringer. Selbst geübte Schwimmer hätten da kaum eine Chance, über Wasser zu bleiben.
Wer geübter Schwimmer im Freibad ist, ist das noch lange nicht in einem Fluss.
Schiffsverkehr und Wasserkraftwerke gefährlich für Schwimmer im Rhein
Neben gefährlichen Strömungen ist auch der Schiffsverkehr eine große Gefahr, vor allem weil Schwimmer im Wasser meist kaum zu sehen sind, oder erst viel zu spät. Und dann sind da noch die Kraftwerke, durch die der Wasserstand ganz plötzlich rasant ansteigen kann. Auch das sei Teil ihrer Einsätze, schildern die beiden Rettungsschwimmer: Menschen abholen, die auf Rheininseln gestrandet sind und nicht mehr wegkommen.
Isteiner Schwellen: Trotz Badeverbot werden sie zum Freibad
Genau diese Gefahr lauert auch an Stellen, wo Schwimmer es kaum vermuten. Zum Beispiel an den Isteiner Schwellen im Altrhein bei Efringen-Kirchen (ebenfalls Kreis Lörrach). Obwohl Schilder hier deutlich warnen, das Baden sogar verbieten, werde der Rhein hier an heißen Tagen zum öffentlichen Freibad, erzählen Ihringer und Laleike.
Und auch an diesem Tag ist an den Isteiner Schwellen mal wieder einiges los. Ein Schwimmer weiß um die Gefahren hier, trotzdem lässt er sich von den Stromschnellen mitreißen. Es macht halt "besonders Spaß, da zu schwimmen." Aber man wisse nie was unter einem sei: "Da können Steine liegen, da kann man dagegen knallen." Bisher sei ja aber nichts passiert, sagt der Schwimmer.
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Tipps von der DLRG fürs Baden im Rhein
Ende Juni warnte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oberrhein vor dem Baden im Rhein. Auch bei niedrigen Wasserständen bleibe der Rhein ein hochgefährliches Gewässer, so die Behörde. Strömungen könnten sich bei niedrigem Pegel verlagern und sogar gefährlicher sein als bei normalem Wasserstand - auch für geübte Schwimmer. Nur an offiziellen Stellen solle man in den Fluss gehen, alles andere sei lebensgefährlich.
Es ist nicht so, dass der Rhein an sich gefährlich ist. Aber man gewinnt nicht gegen Wasser. Wasser hat einfach unglaublich Kraft.
Und die DLRG-Retter ergänzen: Im Rhein baden sollte man nur an Abschnitten, die einem gut vertraut sind. Brücken, starke Strömungen und Schiffsverkehr sollten absolut gemieden werden. Außerdem solle man auf eine gute körperliche Verfassung achten. Dann kann auch der Rhein an heißen Tagen eine herrliche Abkühlung sein - an der richtigen Stelle.