Juwelen im Louvre, die Banane mit Klebeband im Centre Pompidou-Metz und nun wurden auch noch Schmuckstücke von René Lalique im Elsass gestohlen. Bei einem Einbruch in das Lalique-Museum in Wingen-sur-Moder (Bas-Rhin) haben bislang unbekannte Täter einzigartige Schmuckstücke geklaut. Nach Informationen der französischen Tageszeitung "Le Figaro" aus Ermittlerkreisen beläuft sich der Schaden auf bis zu vier Millionen Euro.
Nach Angaben der französischen Gendarmerie drangen am Sonntagmorgen gegen 5:30 Uhr mehrere maskierte Einbrecher in das Museum ein. Sie zerstörten die Eingangstür sowie mindestens sechs Vitrinen, in denen Kunstwerke ausgestellt waren. Dabei entwendeten sie rund 20 historische Schmuckstücke.
Museumseinbruch dauerte elf Minuten
Nach Auswertung der Überwachungskameras dauerte der Einbruch nur rund elf Minuten. Zwar habe das Alarmsystem ordnungsgemäß ausgelöst, doch die Reaktion der Sicherheitskette habe zu lange gedauert, erklärte der Bürgermeister von Wingen-sur-Moder, Christian Dorschner, dem Radiosender ICI Alsace.
Während das beauftragte Sicherheitsunternehmen noch eine sogenannte Alarmverifikation vorgenommen habe, sei eine Reinigungskraft als Erste am Tatort eingetroffen und habe die Gendarmerie verständigt, so Bürgermeister Dorschner. Er ist zugleich Vizepräsident des Museums.
Kunstwerke stammen vom Glaskünstler Lalique
Der gestohlene Schmuck stammt von dem berühmten Glaskünstler René Lalique aus seiner Pariser Schaffenszeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der in der Champagne geborene Künstler prägte mit seinem einzigartigen und unverwechselbaren Stil die Epoche des Art nouveau und Art déco.
Er erschuf damals mit neuen Materialien luxuriöse Kunstwerke für den Alltag. Unter anderem kreierte Lalique ab 1907 Flakons für zahlreiche Parfümeure und Parfümhersteller, die speziell für bestimmte Düfte gestaltet waren. 1921 beschloss er, eine neue Manufaktur im Elsass zu errichten. Zwar hatte Lalique dort nie selbst produziert. Doch er knüpfte dort, wo heute das Museum steht, an die regionale Glasmachertradition an, die bis ins Mittelalter zurückreicht.
Lalique-Museum bleibt vorerst geschlossen
Die Ermittlungen der Gendarmerien von Bouxwiller und Saverne sowie der Kriminalpolizei Straßburg laufen. Wie das Museum bereits am Sonntag in seinen sozialen Medien mitteilte, bleibt die Einrichtung vorerst geschlossen.
Das 2011 eröffnete Museum beherbergt rund 650 Werke von René Lalique und war im Laufe des vergangenen Jahres als sensibler Standort eingestuft worden. Anlass war der Juwelier-Diebstahl im Pariser Louvre im Oktober 2025. Trotz zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen konnte der Einbruch nicht verhindert werden.