Fridays for Future will in Freiburg weiter dafür kämpfen, den Klimawandel einzudämmen. Unter anderem mit einem kurzen, spontanen Protest auf dem Freiburger Rathausplatz machten die Aktivistinnen und Aktivisten am Samstagabend auf sich und die aktuelle Lage aufmerksam.
Am Freitag beispielsweise galt in Freiburg die Waldbrandgefahrenstufe fünf - die höchste, die es gibt. Im Ortenaukreis wurde der Hitzerekord für den Monat Juli in Baden-Württemberg mit 40,2 Grad geknackt. In anderen Ländern, wie Spanien oder Frankreich, kämpfen Feuerwehren gegen die verheerenden Waldbrände. Der Klimawandel ist in diesem Sommer europaweit so deutlich zu spüren wie vielleicht noch nie.
Regenschirme sollten Hitzeschutz symbolisieren
"Jetzt ist gerade so ein krasser Sommer, wir sehen die Hitzewelle aktuell so sehr", sagt Jonathan Schmiederer von Fridays for Future in Freiburg. Die Aktivisten wollten deshalb nicht untätig bleiben. Ende der Woche haben sie sich dazu entschlossen, Leute aufzufordern, sich mit Regenschirmen dem Protest anzuschließen. Nach Angaben des Veranstalters beteiligten sich rund 60 Menschen an der Aktion.
Trockenheit macht sich am Freiburger Seepark besonders bemerkbar
Vor dem Rathaus in Freiburg forderte Fridays for Future unter anderem bessere Hitzeschutzkonzepte - zum Beispiel in der Landwirtschaft, an Schulen und Kitas.
"Vor allem wir in Freiburg merken die Hitze noch stärker als andere Regionen in Deutschland. Wenn man sich den Seepark anschaut: Die ganzen Wiesen sind nur noch Sandwüsten", sagt Lioba Vieira Koberg. Sie ist seit 2021 bei der Ortsgruppe von Fridays for Future.
"Wir können so nicht mehr weitermachen und das ist auf jeden Fall der Grund, warum ich die letzten fünf Jahre bei Fridays for Future aktiv war", sagte die Studentin. Und auch am Samstagabend wollte sie ein Zeichen setzen.
Noch vor rund eineinhalb Jahren zählte eine Fridays for Future-Demo in Freiburg um die 3.500 Teilnehmende. Zu Beginn der Bewegung 2019 waren in Freiburg phasenweise um die 20.000 Menschen auf der Straße.
Gerechnet hatte Fridays for Future mit 20 Teilnehmenden
Im Vorfeld der Kundgebung am Wochenende rechneten die Organisatoren nach eigenen Angaben mit gerade einmal rund 20 Personen - hauptsächlich die eigenen Mitglieder. Doch es gehe ihnen nicht um die Größe, so Schmiederer, sondern um Präsenz. "Wir haben das Gefühl, dass das Thema von der Politik ignoriert wird", findet er.
Der Klimawandel wird von der Politik einfach totgeschwiegen.
Den Klimawandel wird die Gruppe nicht aufhalten können - lohnt es sich dennoch, ihm den Kampf anzusagen? "Es gibt Sachen, für die es noch nicht zu spät ist und Sachen, für die es schon zu spät ist", sagt Schmiederer.
Jedes Zehntelgrad macht einen Riesenunterschied.
Er denkt, dass der Klimawandel unser Leben stark einschränken werde, die Sommer heiß sein werden und wir uns anpassen müssen. Aber es komme jetzt darauf an, wie schlimm der Klimawandel noch werde, sagt Schmiederer. "Wenn wir jetzt weiterhin CO2 reduzieren, dann wird der Klimawandel sehr viel weniger schlimm als wenn wir so weitermachen wie bisher."
Was fordert Fridays for Future in Freiburg konkret?
Fridays for Future in Freiburg fordert: Weg von fossilen Energien, also Öl- und Gasheizungen, und ein Umstieg auf Erneuerbare Energien. "Das ist bei Weitem nicht das Einzige, aber es wäre in Deutschland der nächste Schritt", sagt Schmiederer.
Auch andere Klimaschutz-Gruppierungen haben sich ihnen angeschlossen. Etwa Mitglieder von Parents for Future, Omas gegen Rechts und Vegans for Future waren mit vor Ort, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.
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