"Tief bewegend" - Zwischen versuchter Normalität und Leid des Krieges

Oberbürgermeister Martin Horn in der Ukraine eingetroffen

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn ist in der ukrainischen Stadt Lwiw eingetroffen. Auch wenn die Stadt eher abseits des Kriegsgeschehens liegt, sei das Leid allgegenwärtig.

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Von Autor/in Damian Correa Koufen

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn ist am Freitagabend in der ukrainischen Stadt Lwiw eingetroffen. Er zeigte sich gegenüber dem SWR von der Lage in der Freiburger Partnerstadt bewegt. Die Situation sei "ambivalent": Auf der einen Seite würden die Menschen versuchen, ihrem Alltag nachzugehen. Auf der anderen Seite seien sie immer wieder mit dem Leid des Kriegs, der sich vor allem im Osten des Landes abspielt, konfrontiert.

Freiburgs OB Horn in Lwiw: Eindrücke aus der Partnerstadt
OB Martin Horn mit seinem Amtskollegen Andrij Sadowyi bei einem Trauermarsch. Sebastian Wolfrum/Stadt Freiburg

Tägliche Beerdigungen

Täglich gebe es Beerdigungen der im Krieg gefallenen Soldaten. Wenn ein Leichenwagen durch die Stadt gefahren werde, knieten die Bewohnerinnen und Bewohner spontan davor nieder. Momentan seien fast 60.000 Menschen aus Lwiw an der Kriegsfront.

Freiburgs OB Horn in Lwiw: Eindrücke aus der Partnerstadt
Geste des Respekts: Menschen in Lwiw knien vor einem vorbeifahrenden Leichenwagen nieder. Sebastian Wolfrum/Stadt Freiburg

Horn besucht Soldatenfriedhof

Am Samstagvormittag besuchte Horn mit seinem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sadowyi einen Soldatenfriedhof, der für die gefallenen Soldaten im Krieg gegen Russland errichtet wurde. Horn zeigte sich betroffen: Viele der Toten seien jünger als er selbst.

Freiburgs OB Martin Horn auf einem Soldatenfriedhof in Lwiw
"Herzzerreißend": Freiburgs OB Martin Horn mit seinem Amtskollegen auf dem Soldatenfriedhof. Sebstian Wolfrum/Stadt Freiburg

Am Mittag war Horn Gastredner bei eine Veranstaltung im Rahmen der Initiative "Europäische Jugendhauptstadt", zu der Lviv für das Jahr 2025 bestimmt wurde. Lviv ist mit insgesamt über 100.000 Immatrikulationen eine Studierendenstadt. Vor jungen Leuten, die aus dem ganzen Land angereist waren, bekundete Horn Freiburgs Solidarität mit Lviv, auch wenn die Lebensrealitäten der beiden Städte weit auseinanderklaffen würden.

Wichtigster Termin: Die Grundsteinlegung eines neuen Traumazentrums

Am Samstagnachmittag besucht Horn das Großklinikum "Unbroken", wo Tausende Kriegsverletzte versorgt werden. Der wohl wichtigste Termin ist am Montag die Grundsteinlegung für das neue Traumazentrum "Maisternia". Das Projekt wird mit einer Million Euro aus Freiburg finanziert und soll sich auf Kunsttherapie spezialisieren, um Kriegsverletzten auch seelisch zu helfen.

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