Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn ist am Freitagabend in der ukrainischen Stadt Lwiw eingetroffen. Er zeigte sich gegenüber dem SWR von der Lage in der Freiburger Partnerstadt bewegt. Die Situation sei "ambivalent": Auf der einen Seite würden die Menschen versuchen, ihrem Alltag nachzugehen. Auf der anderen Seite seien sie immer wieder mit dem Leid des Kriegs, der sich vor allem im Osten des Landes abspielt, konfrontiert.
Tägliche Beerdigungen
Täglich gebe es Beerdigungen der im Krieg gefallenen Soldaten. Wenn ein Leichenwagen durch die Stadt gefahren werde, knieten die Bewohnerinnen und Bewohner spontan davor nieder. Momentan seien fast 60.000 Menschen aus Lwiw an der Kriegsfront.
Horn besucht Soldatenfriedhof
Am Samstagvormittag besuchte Horn mit seinem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sadowyi einen Soldatenfriedhof, der für die gefallenen Soldaten im Krieg gegen Russland errichtet wurde. Horn zeigte sich betroffen: Viele der Toten seien jünger als er selbst.
Am Mittag war Horn Gastredner bei eine Veranstaltung im Rahmen der Initiative "Europäische Jugendhauptstadt", zu der Lviv für das Jahr 2025 bestimmt wurde. Lviv ist mit insgesamt über 100.000 Immatrikulationen eine Studierendenstadt. Vor jungen Leuten, die aus dem ganzen Land angereist waren, bekundete Horn Freiburgs Solidarität mit Lviv, auch wenn die Lebensrealitäten der beiden Städte weit auseinanderklaffen würden.
Wichtigster Termin: Die Grundsteinlegung eines neuen Traumazentrums
Am Samstagnachmittag besucht Horn das Großklinikum "Unbroken", wo Tausende Kriegsverletzte versorgt werden. Der wohl wichtigste Termin ist am Montag die Grundsteinlegung für das neue Traumazentrum "Maisternia". Das Projekt wird mit einer Million Euro aus Freiburg finanziert und soll sich auf Kunsttherapie spezialisieren, um Kriegsverletzten auch seelisch zu helfen.