Die Faszination "Gehirn"
Das menschliche Gehirn ist proportional zur Körpermasse das größte unter allen Säugetieren. Die Vernetzungen im Hirn machen uns als Persönlichkeit aus: wie intelligent wir sind, wie gesellig, aber auch zum Beispiel wie aggressiv.
Unsere Angst vor Demenz und was wir selbst tun können
Wenn wir an das Thema "geistige Gesundheit im Alter" denken, meinen viele damit auch Demenzerkrankungen im Alter, wie zum Beispiel Alzheimer. Prof. Dr. Düzel weiß, hier tut sich "in der Forschung in diesem Bereich gerade viel".
Wir können der Erkrankung auch präventiv entgegenwirken, erklärt der Wissenschaftler: "Ziel ist es, mehr "kognitive Reserven" aufzubauen, denn die helfen, trotz Alterungsprozessen im Gehirn nicht an Demenz zu erkranken oder den Prozess zumindest hinauszuzögern."
Mit Sport und Ernährung können wir Demenzerkrankungen zum Teil entgegenwirken
Helfen können wir unserem Gehirn dabei zum Beispiel durch Sport und die richtige, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Grundsätzlich gilt dabei, was gut für den Darm ist, ist auch gut für das Gehirn.
Sport ist eine Apotheke fürs Gehirn
Und auch Sport und ausreichende Bewegung kann dem Alterungsprozess im Gehirn entgegenwirken, erklärt der Forscher. Denn wenn man Sport macht, schüttet der Körper wichtige Stoffe für die Gehirnleistung aus. "Wir könnten gar nicht so viele Tabletten schlucken, wie erforderlich wären, die Wirksamkeit von Sport nachzuahmen“, sagt Düzel.
Gut fürs Gehirn: eine Mischung aus Muskel- und Ausdauertraining
Ideal ist dabei eine Mischung aus Muskel- und moderatem Ausdauertraining – insgesamt mindestens drei Stunden pro Woche. Im Idealfall überraschen wir unser Gehirn im Alltag auch noch mit kleineren Veränderungen.
Das Wichtigste ist: Setzen Sie Ihr Hirn immer wieder neuen Erfahrungen aus!
Weitere Risikofaktoren für Gedächtnisprobleme: Bluthochdruck, Depressionen, Schwerhörigkeit
wer unter einem dieser Erkrankungen leidet, sollte sich unbedingt behandeln lassen. Denn alle bergen Risiken fürs Gehirn – genauso wie die Einnahme mancher Medikamente wie Antihistaminika oder mancher Beruhigungs- und Schlafmittel.
Düzels Tipp: Wenn man bei der Einnahme eines neuen Medikaments Unkonzentriertheit oder leichte Verwirrtheit feststellt, unbedingt Rücksprache mit dem Arzt halten.
Auch Vollnarkosen können Gedächtnisprobleme auslösen
Auch Vollnarkosen können vorübergehend Verwirrtheit und Gedächtnisprobleme auslösen. Hier kann man durch gezielten Muskelaufbau vor der Operation und ausreichend Schlaf das Risiko deutlich reduzieren.
Der Forscher Dr. Emrah Düzel
Prof. Dr. med. Emrah Düzel ist Direktor des Instituts für kognitive Neurologie und Demenzforschung an der Universität Magdeburg. Er lehrt u. a. am Institut für Neurowissenschaft am University College London und ist Mitglied der Max Planck School of Cognition. Er ist einer der weltweit führenden Forscher zu Kognition und Gedächtnisfunktion.