Der entscheidende Unterschied ist, dass man das Papiertaschentuch nach Benutzung normalerweise wegwirft, das Stofftaschentuch dagegen nicht. Nur deshalb spielt das Material überhaupt eine Rolle.
Virus oder Allergie? Auf die Art des Schnupfens kommt es an
Zusätzlich kommt es auf die Art des Schnupfens an. Bei einem infektiösen Virus-Schnupfen ist Zurückhaltung geboten mit Stofftaschentüchern, die man sich nach Gebrauch in die Hosentasche steckt. Nicht, weil man sich selbst nochmal anstecken könnte. Das passiert nicht. Die Erreger sind ja längst im Körper und der hat schon angefangen, Abwehrkräfte dagegen zu entwickeln. Da machen ihm die paar zusätzlichen Keime im Taschentuch auch nichts mehr aus. Anderen Menschen allerdings schon. Ein benutztes Taschentuch in der warmen Hosentasche ist ein Paradies für Krankheitserreger. Wenn man es zum nächsten Schnäuzen aus der Tasche holt, wedelt man die Keime unter Umständen durch die Luft und stecken andere Menschen an.
Heuschnupfen ist nicht ansteckend
Anders ist es bei Allergien: Heuschnupfen ist nicht ansteckend. Ebenso wenig eine winterliche Triefnase, die einfach nur auf Kälte reagiert, bei der aber keine Krankheitserreger im Spiel sind. In solchen Fällen kann man guten Gewissens zum Stofftaschentuch greifen. Sicherheitshalber sollte man aber auch die regelmäßig waschen – und wenn man auf Nummer sicher gehen will – bügeln. Kein Witz! Nicht aus Ordnungsliebe, sondern weil das Bügeln mögliche Keime, die die 60-Grad-Wäsche überlebt haben, auf jeden Fall vernichtet.
Gesundheit Kann man das Immunsystem trainieren?
Häufig an die frische Luft gehen und sich immer wieder mal Erregern aussetzen, stärkt angeblich das Immunsystem. Stimmt das? Wie genau funktioniert das Immungedächtnis?
Hygiene Sind braune Fugen im Bad gesundheitsschädigend?
Die braune Verfärbung ist typisch für Silikonfugen. Die Silikonfugen können von Mikroorganismen besiedelt werden, von Schimmelpilzen, aber auch von Hefen. Von Markus Egert | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Hygiene Sollten Küche und Bad möglichst keimfrei sein?
Ein moderner Haushalt kann nie wirklich steril sein. Das hat auch keinen Sinn; der Mensch braucht Mikroben. Was muss man dennoch beachten? Von Markus Egert | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Hygiene Schadet zu viel Hygiene der Gesundheit?
Das Stichwort ist hier die sogenannte Hygienehypothese. Der Mensch braucht, um gesund zu sein, Kontakt mit vielen verschiedenen Mikroorganismen. Das weiß man. Nehmen wir mal an, man würde ein Experiment machen, bei dem man Menschen steril aufzieht. Dann werden diese Menschen nicht gesund. Das darf man nicht. Die Kunst ist, im Leben Kontakt mit Mikroorganismen zuzulassen – also viel rauszugehen, auch mal im Dreck zu spielen. Bei Kindern wird der Schnuller, der runtergefallen ist, nicht mit Sagrotan desinfiziert, sondern nur mit dem Taschentuch ab gewischt. Und man ernährt sich vielfältig – das sind wichtige Punkte. Von Markus Egert | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.