5.10.1989

Flüchtlings-Zug aus Prag kommt im bayerischen Hof an

Der Zug mit den DDR-Flüchtlingen fährt nur sehr langsam durch die DDR und muss oft halten. Am frühen Morgen schließlich rollt er über die deutsch-deutsche Grenze und erreicht um 5:45 Uhr schließlich den Bahnhof im fränkischen Hof.

Teilen

Stand

Von Autor/in ARD Archivradio

Die erschöpften, aber glücklichen Flüchtlinge berichten über die Umstände ihrer Flucht und über die zum Teil schwierige Lage in der Prager Botschaft. Dass der Zug auf seiner Fahrt von Prag nach Hof durch Staatsgebiet der DDR gefahren ist, hat bei den Flüchtlingen für ein ungutes Gefühl gesorgt.

Der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher (unter dem Fensterkreuz rechts) mit anderen Politikern auf dem Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag. Am 30. September 1989 hatte der FDP-Politiker dort den DDR-Bürgern im Garten verkündet, dass ihre Ausreise möglich geworden war.

30.9.1989 Genscher in der Prager Botschaft und die Folgen

30.9.1989 | "Wir sind gekommen, um Ihnen mitzuteilen …" Außenminister Genscher verkündet den DDR-Flüchtlingen in der bundesdeutschen Botschaft in Prag, "dass heute Ihre Ausreise …" – Der Rest ging im Jubel unter. Was wenig bekannt ist: Fast zeitgleich verkündet Staatssekretär Jürgen Sudhoff in der Botschaft von Warschau das gleiche – und auch von dort steigen noch in derselben Nacht tausende DDR-Bürger in einen Zug in die Bundesrepublik. | Am 31. März 2016 starb Hans-Dietrich Genscher

Auf dem Gelände der bundesdeutschen Botschaft in Prag warteten im Oktober 1989 rund 8000 DDR-Bürger auf die Genehmigung zur Ausreise in den Westen.

3.10.1989 DDR-Bürger stürmen Prager Botschaft

3.10.1989 | Die Möglichkeit, über Prag und Warschau in den Westen zu reisen, ermuntert zahlreiche weitere DDR-Bürger zur Flucht. An der Botschaft in Prag kommt es zu dramatischen Szenen.

DDR-Übersiedler am 5. Oktober 1989 bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof im bayerischen Hof. Sie kamen mit Sonderzügen der Deutschen Reichsbahn aus Prag, wo sie auf dem Gelände der Deutschen Botschaft auf eine Einreisemöglichkeit in die Bundesrepublik gewartet hatten. Züge aus Prag, die beim Durchqueren des DDR-Gebietes durch Dresden gefahren waren, hatten große Unruhe bei den DDR-Bürgern ausgelöst. Ausreisewillge hofften, auf einen der Züge aufspringen zu können.

4.10.1989 Dresdner wollen auf Flüchtlingszug aus Prag aufspringen

4.10.1989 | Der zweite Zug mit DDR-Flüchtlingen fährt von Prag Richtung Bundesrepublik. Er muss dabei aber durch die DDR. So berichtet SDR-Korrespondent Gerhard Rein von Menschen am Dresdner Hauptbahnhof, die die Hoffnung hatten, auf eben jenen Zug aufspringen zu können.

DDR-Bürger feiern nach der Maueröffnung am Grenzübergang Checkpoint Charlie am 9. November 1989 in Westberlin

1989 - 1990 | SWR2 Archivradio Das Ende der DDR

1989 bis 1990 | Von den Montagsdemonstrationen über die Öffnung der Mauer bis zur Wiedervereinigung.

Die Besatzungszonen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg - Vorläufer von BRD und DDR

1948 - 1989 | SWR2 Archivradio Deutsch-deutsche Dramen

Bundesrepublik und DDR: Die 40 Jahre der deutschen Teilung waren von Misstrauen geprägt: Berlin-Blockade, Menschenraub, Stasi-Prozesse und Mauerbau - und nach vielen Jahren die Wiedervereinigung.