Hier dreht sich alles um Klassik: Wir sprechen mit Künstler*innen, berichten über Konzerte und Festivals im Sendegebiet, kommentieren aktuelle Ereignisse im Musikleben, und stellen neue Musik vor.
-
Tonfolge der Unendlichkeit: Die Shepard-Skala und das Risset-Glissando
Eine Tonleiter steigt und kommt gefühlt nie zum Ende. Wie diese musikalische Täuschung der Shepard-Skala entsteht, zeigt Leonie Reineke in SWR Kultur.
-
Spannend bis zum Schluss: La Juive von der Oper Frankfurt auf CD
Jacques Fromentals Haléys Oper „Die Jüdin“ ist eines der berühmtesten wie folgenreichsten Musiktheaterwerke des 19. Jahrhunderts. Trotzdem gab es erst 1986 die erste Studioeinspielung dieses so aufwändigen wie schwer zu besetzenden Werkes von über drei Stunden Dauer. Anschließend setzte auch eine bis heute voranschreitenden Neubewertung der „Juive“ auf der Bühne ein, für die sich bedeutende Sänger stark machten. Die letzte Halévy-Premiere gab es 2024 an der Oper Frankfurt. Und deren Mitschnitt ist dieses Jahr bei Naxos erschienen. Manuel Brug hat ihn sich angehört und seine Highlights aus fünf Akten zusammengetragen.
-
100 Jahre Metropolis: SWR Symphonieorchester spielt Filmmusik ein
Fritz Langs legendärer Film Metropolis wird 2027 100 Jahre alt. Und obwohl das so lange her ist, wird es nicht still um diesen Stummfilm. In dieser Woche schauen ihn die Mitglieder des SWR Symphonieorchesters jeden Tag und nicht nur ein Mal an – denn sie spielen im Studio die Filmmusik ein. Jeden Tag wird am Sound gefeilt, an rhythmischen Details und natürlich am Großen und Ganzen. Martina Seeber war bei der Produktion dabei.
-
No winner takes it all – kein erster Preis beim Mahler Competition
Beim diesjährigen Mahler Competition hat die Jury entschieden, keinen ersten Preis zu vergeben. Welchen Sinn haben Wettbewerbe überhaupt, wenn keiner gewinnt?
-
Tomi Mäkelä über heilsame, mächtige und sündhafte Töne im Wandel der Zeiten
Musik kann harmonisch sein, aber auch zur Folter genutzt werden. Diese Ambivalenz bringt Tomi Mäkelä jetzt in seinem Buch „Die Schuld des Bossa Nova“ auf den Punkt.
-
„Wir brauchen Role-Models“: Warum es noch immer so wenige Dirigentinnen auf Chefposten gibt
Alle Stellen von Generalmusikdirektoren sind zur Zeit von Männern besetzt. Woran liegt es, was kann getan werden? Frauke Meyer meint, der Anfang müsse in Musikschulen und innerhalb des Studiums liegen.
-
Katia & Marielle Labèque – die CD-Box zum 55-Jahr-Jubiläum
Welches Duo kann das schon von sich behaupten: über 55 Jahre der musikalischen Zusammenarbeit? Diese Marke hat bisher außer den klavierspielenden Schwestern Katia und Marielle Labèque kein renommiertes Ensemble erreicht – das Beaux Arts Trio trennte sich nach 53 Jahren, das Klavierduo Kontarsky nach fast 40. Die Labèque-Schwestern feiern diesen historischen Moment jetzt mit einer CD-Box, mit der sie nicht nur sich selbst ein Denkmal setzen, sondern auch eine besondere Lanze brechen für Komponistinnen. Hannah Schmidt ist in ihren Kosmos eingetaucht.
-
Der Musikvermittler Kian Jazdi über gesellschaftlich wirksame Kulturarbeit
Er ist Kommunikator, Denker und Vernetzer: Der Musiker und Kulturmanager Kian Jazdi lebt in Hamburg, gestaltet gemeinsam mit Julian Prégardien das Liedstadtfestival, hat iranische Wurzeln und Schulmusik und Mathematik studiert. All das beeinflusst seine Arbeit. Am Wochenende hat er den TONALi-Award “Mut zur Utopie“ verliehen bekommen. Ein Preis für gesellschaftlich wirksame Kulturarbeit, bei dem künstlerische Praxis mit gesellschaftlicher Verantwortung verbunden werden. Was eine „soziale Symphonie“ ausmacht und was bei Musikprojekten auch mal „too much“ sein kann, berichtet er in SWR Kultur.
-
Millionenschwere Streichinstrumente: Geigenbaumeister Hieronymus Köstler über Provenienzforschung im Geigenbau
Für über 20 Millionen Euro wurde vor kurzem eine MacDonald-Bratsche verkauft. Dass Streichinstrumente mit Namen wie Stradivari und Guarneri teuer sind, ist bekannt. Ein Stuttgarter Geigenbauer weiß auch, wieso: Mit 16 Jahren ist Hieronymus Köstler in die Lehre gegangen und dafür von München nach Mittenwald gezogen. Dort gibt es die berühmte Geigenbauschule. Nach seiner Ausbildung taucht er tief ein in die Welt der alten Streichinstrumente. In Stuttgart ist er spezialisiert auf die Restaurierung und macht Gutachten für historische Instrumente wie Stradivaris und Co. Er erzählt mehr über das Phänomen Stradivari-Geige und was wertvolle, historische Instrumente ausmacht.
-
Studentenlieder
Studentenleben vor 100 oder 200 Jahren – da denken viele an strenge Regeln, dunkle Hörsäle und ernste Gesichter. Doch ein Blick in die damaligen Studentenlieder zeigt eine ganz andere Seite: Es geht um Heimat, Freiheit, Liebe, und nicht zuletzt ums gemeinsame Feiern. Diese Lieder erzählen viel über den Alltag und das Lebensgefühl vergangener Studentengenerationen. Arne Mikusin hat sich auf die Spur dieser musikalischen Zeitzeugen begeben.
-
Henze-Faszinationen – Glaube: „An den Wind“
Glaube, Liebe, Schönheit: Diese drei „Henze-Faszinationen“ ziehen sich wie ein roter Faden durch das Schaffen des Komponisten. In Folge 3 geht es um den Glauben als Atheist.
-
Autor Thilo Plaesser über die Gospel-Ikone Mahalia Jackson
Die Sängerin und sogenannte “Queen of Gospel” Mahalia Jackson wird 1947 berühmt mit „Move up a little higher”. Überhaupt zählt sie zu den Begründerinnen dieses Genres und als Bürgerrechtsaktivistin in den USA ist sie mitverantwortlich für die legendäre „I have a Dream“-Rede von Martin Luther King. Wie? Das erzählt Thilo Plaesser im Gespräch mit Christiane Peterlein über sein Buch „She had a dream“.
-
Boulez' Uraufführungen zum 200. Jahrestag der USA-Unabhängigkeit 1976
Am 4. Juli ist “Independence Day”, und das zum 250. Mal. Schon das 200. Jubiläum wurde mit einem breiten künstlerischen Programm begleitet, das bereits vor dem eigentlichen Stichtag seinen Anfang nahm und über ihn hinaus andauerte. Auch musikalisch tat sich viel, so auch in der Musikmetropole New York und mit dem städtischen Hausorchester der New York Philharmonic. Der damalige Chefdirigent war Pierre Boulez, und er hat einige Auftragswerke initiiert und geleitet, die SWR-Musikredakteur Bernd Künzig in den Blick nimmt.
-
"Conservations à trois“ mit dem Trio Boccherini
Streichtrios sind musikgeschichtlich eine weniger aufgeladene Gattung als Quartette. Heißt auch: Man kann Trios komponieren ohne dieses erdrückende Gewicht von Beethoven-Spätwerken, Schubert, Brahms im Nacken. In Frankreich nennt man Streichtrios auch „conversations à trois“, also „Gespräche zu dritt“. Und genauso heißt ein neues Album des Trio Boccherini. Darauf wird trotz des Ensemblenamens kein Boccherini gespielt, sondern seltene französische Kammermusik. Albrecht Selge hat sich das Album angehört.
-
Henzes Erbe in Montepulciano: „Cantiere internazionale d’Arte“
Der „Cantiere internazionale d’Arte“ wurde in den 1970er Jahren von Hans Werner Henze in Montepulciano gegründet. Was existiert noch von seiner Vision in der 51. Festival-Ausgabe?
-
Toke Lund Christiansen: Ein Tango für die Ewigkeit. Der Komponist Jacob Gade
Manche Komponisten verdanken ihren Ruhm einem ganzen Lebenswerk, andere einem einzigen Stück. Beim Dänen Jacob Gade ist es ein Tango, der bis heute um die Welt geht: „Tango Jalousie“, der „Tango der Eifersucht“. Gades übriges Schaffen gerät darüber jedoch fast in Vergessenheit. Ein neues Buch möchte das ändern und zeichnet nun Gades Lebensweg nach – von den Anfängen in der dänischen Provinz bis zum internationalen Erfolg. Andreas Maurer hat es gelesen.
-
„Zwischen allen Stühlen“: Michael Kerstan über den Komponisten Hans Werner Henze
„Anspruchsvoll, fordernd, großzügig und loyal“ – so beschreibt Michael Kerstan den Künstler und Menschen Hans Werner Henze, der am 1. Juli 100 Jahre alt geworden wäre. Kerstan war jahrzehntelang Assistent und enger Weggefährte des Komponisten und ist jetzt Vorsitzender der Henze-Stiftung. In SWR Kultur spricht er über das phänomenale Arbeitspensum Henzes, der zugleich auch als Dirigent, Regisseur, Kompositionsprofessor, Festivalleiter und Literat gewirkt hat, er beleuchtet Henzes ambivalentes Verhältnis zu Deutschland – und stellt sich dem Gedankenspiel, wen der Jubilar wohl auf seine Geburtstagsparty eingeladen hätte.
-
Henze-Faszinationen – Liebe: „Der junge Lord“
Glaube, Liebe, Schönheit: Diese drei „Henze-Faszinationen“ ziehen sich wie ein roter Faden durch das Schaffen des Komponisten. In Folge 2 geht es um ein Liebesduett im Gewitter.
-
Hans Werner Henzes Musiktheater
Das Musiktheater von Hans Werner Henze umfasst rund 40 Werke und unterschiedlichste Gattungen. Von seiner Aktualität hat es bis heute nichts verloren.
-
„Grandioses Debüt-Album“: Der Tenor Ted Black mit Liedern von Florence Price
Eine schwarze Frau, die komponiert: Noch Anfang des vergangenen Jahrhunderts war Florence Price damit eine Ausnahmekünstlerin. Zahlreiche Werke der afroamerikanischen Komponistin sind deshalb immer noch unbekannt auf der Konzertbühne – auch ihre Lieder. Mehr als 30 von ihnen hat der Tenor Ted Black jetzt aufgenommen mit dem Pianisten Sascha El Mouissi an seiner Seite. „Ein grandiose Debüt-Album“, findet SWR Kultur-Kritikerin Christine Lemke-Matwey.
-
Krächzende Stimme? Da zählt nur die Stimme der Vernunft!
Was ist, wenn die Stimme nicht mehr geht? Der Kabarettist René Sydow musste sich zuletzt durch seine Vorstellungen krächzen – bis irgendwann gar nichts mehr ging.
-
„Beeindruckend schlüssig“: Das Helsinki Philharmonic Orchestra mit den Sinfonien Nr. 1-7 von Jean Sibelius
Das Helsinki Philharmonic Orchestra gilt als eines der führenden Orchester für die Musik von Jean Sibelius. Der Komponist selbst hat es dirigiert, außerdem hat es sechs von sieben Sinfonien uraufgeführt. Nun präsentiert das Orchester einen neuen Zyklus mit diesen Werken. Am Pult steht – natürlich – ein Finne. Auch Jukka-Pekka Saraste ist mit dieser Musik seit langem vertraut. SWR-Kritiker Christoph Vratz findet, dass den Interpreten „ein beeindruckend schlüssiger Zyklus“ gelungen ist.
-
So feiert Italien Hans Werner Henze
Hans Werner Henze einstige Wahlheimat ist Italien. Und die widmet sich Henzes Musik in diesem Jahr zu seinem 100. Geburtstag mit ganz besonderer Aufmerksamkeit.
-
Henze-Faszinationen – Schönheit: „Nachtstücke und Arien“
Glaube, Liebe, Schönheit: Diese drei „Henze-Faszinationen“ ziehen sich wie ein roter Faden durch das Schaffen des Komponisten. In Folge 1 geht es um Schönheit.
-
10 Jahre FREO: Eine wichtige Stütze der Musik
Seit 10 Jahren gibt es nun den Verein für Freie Ensembles und Orchester in Deutschland, kurz: FREO. Besonders in der Pandemie war der Verein eine wichtige Stütze für die Ensembles und bietet eine dringend benötigte Struktur, erzählt Dominique Mayr, Vorstandsmitglied und Mitglied des Klangforum Heidelberg. Gleichzeitig ist die Lage für freie Orchester und Ensembles in heutigen Zeiten prekär: die finanzielle Not trifft die Freischaffenden in mehrfacher Hinsicht. Mehr zum Jubiläum erzählt er im SWR Kultur Musikgespräch.
-
Florian Besthorn: Musik hinter den Worten. Haruki Murakamis Klangwelten
Der japanische Autor Haruki Murakami arbeitet in seinen Romanen immer wieder mit Bezügen zu Musik und verknüpft seine Geschichten eng mit klingenden Elementen. Florian Besthorn hat sich in seiner Analyse „Musik hinter den Worten“ jetzt ausführlich mit diesen schriftlich-akustischen Welten auseinandergesetzt. Hannah Schmidt ist mit seinem Buch in ein Rabbit Hole herabgestiegen.
-
Kinder entwickeln und produzieren Songs
In der Liederwerkstatt am Staatstheater Mainz schreiben und produzieren Kinder eigene Lieder und verschaffen ihren persönlichen Gedanken Gehör.
-
Ingeborg Bachmann und die Musik
Sie war eine der größten Dichterinnen ihrer Zeit, aber Ingeborg Bachmann zog es immer wieder zur Musik. Zum Komponisten Hans Werner Henze verband sie eine enge Freundschaft.
-
#3: Das Musikland Ecuador
Den Fußball-WM Debütanten Curacao besiegte die deutsche Mannschaft mit 7:1. Ecuador, eigentlich ein starkes Team, kam gegen die Karibikinsel über ein 0:0 nicht hinaus. Beim Spiel gegen Deutschland heute Abend muss ein Sieg her. Ob die bunt gestreiften Strickmasken, die viele Ecuador Fans tragen, dabei helfen? Jane Höck weiß es auch nicht, hat aber zumindest im Musikporträt des Landes jetzt die Antwort darauf, was die Masken, die zu Inti Raymi gehören, bedeuten.
-
Mit Gamben und Bandoneon: „Soleils de septembre“
Nadia Boulanger war die Kompositionslehrerin des 20. Jahrhunderts. Eine Ikone: streng, fordernd, aber im Zweifelsfall immer aufseiten der Kunst. Boulanger ging es um Individualität, um Personalstile. Deshalb klingen die Werke ihrer Studierenden extrem unterschiedlich. Dieses Album macht das hörbar, indem es Werke von Nadia Boulanger mit Tangos ihres Schülers Astor Piazzolla kombiniert. Diese exotische Mischung ergänzen Werke aus dem historischen Umfeld, und für weitere Überraschungen sorgt die klangliche Aufbereitung durch das französische Gambenquartett L’Achéron und den Bandoneon-Virtuosen Jean-Baptiste Henry. Das Ergebnis ist ein exquisites, explosives Gemisch, findet Susanne Benda.