- Welche Schädlinge machen den Landwirten zu schaffen?
- Was können Landwirte tun?
- Was kann man von Bio-Bauern lernen?
- Kommen die Schädlinge auch in meinen Garten?
- Was bedeuten die Schädlinge für Verbraucher?
- Steigen die Preise durch einen höheren Mindestlohn?
In Berlin läuft zurzeit wieder der Deutsche Bauerntag. Die Landwirte haben viele Sorgen - und die heißen Glasflügelzikade, Kartoffelkäfer oder Maiszünsler. Denn durch den Klimawandel haben sich immer mehr neue Schädlinge bei uns angesiedelt und fressen den Landwirten die Felder leer.
Welche Schädlinge machen Landwirten besonders zu schaffen?
Manche der Schädlinge sind alte Bekannte: Der Kartoffelkäfer ist bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bei uns. Der Maiszünsler ist ein Falter, dessen Larven seit den 1970er-Jahren erhebliche Schäden verursachen.
Es kommen aber durch den Klimawandel immer mehr wärmeliebende Schädlinge dazu - zum Beispiel in den vergangenen zehn Jahren die Kirschessigfliege. Sie legt ihre Eier in intakte Früchte von Trauben, Beeren oder Kirschen. Zu den neuen Schädlingen gehört auch die Glasflügelzikade. Sie überträgt Krankheitserreger auf unsere Kulturpflanzen, deren Blätter dann welken und die Früchte gummiartig machen.
Besonders die Zuckerrübenbauern verzweifeln deshalb gerade, aber auch Kartoffeln, Spargel und Rhabarber sind vor der Glasflügelzikade nicht sicher.
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Was Bauern gegen Schädlinge tun können
Die Landwirte reagieren mit einem Mix an Maßnahmen. Dazu gehört die Sortenwahl - zum Beispiel frühe Sorten bei den Kartoffeln, die geerntet werden, bevor die Glasflügelzikade sich zu stark vermehrt hat. Auch die Fruchtfolge ist wichtig: Zum Beispiel länger keinen Mais oder keine Kartoffeln auf dem gleichen Feld anbauen, um so den Schädlingen ihre Nahrungsgrundlage zu entziehen.
Bauernpräsident Joachim Rukwied setzt außerdem auf resistente Sorten, die durch neue Gentechniken möglich sind. Und er fordert auch, weitere Pestizide und weitere Wirkstoffe gegen Schädlinge zuzulassen. Wir reduzieren den Pestizideinsatz ständig. Wir nennen diese Wirkstoffe auch Pflanzenschutzmittel. Wir brauchen sie, um unsere Pflanzen schützen zu können, um Qualitäten zu sichern und Ernteerträge absichern zu können. Er nennt das eine Deregulierung, damit bestimmte Insektizide nicht nur per Notfallverordnung in befallenen Regionen ausgebracht werden können, sondern grundsätzlich zur Verfügung stehen.
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Was können konventionelle Landwirte von Bio-Bauern lernen?
Insektizide vernichten auch Nützlinge. Das macht sich dann im Folgejahr bemerkbar. Ein Beispiel: Wird in einem Jahr ein Insektizid gespritzt, sind auch keine Marienkäfer oder Florfliegen da, die normalerweise Schädlinge wie Blattläuse wegfressen - deshalb gibt es davon im Folgejahr besonders viele.
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Bio-Bauern greifen in den sogenannten Sonderkulturen - also Gemüse, Wein und Obst - auch auf Spritzmittel zurück, allerdings auf welche natürlichen Ursprungs, keine synthetisch hergestellten. Denn diese belasten Umwelt und Wasser weniger.
Außerdem setzen Bio-Bauern vor allem auf Vorsorge. Dazu gehört die Sortenwahl - selbstverständlich ohne Gentechnik, aber Züchtungen, die zum Beispiel besser mit der Hitze umgehen können. Denn hitzegestresste Pflanzen sind anfälliger für Schädlinge.
Generell wird bei den Bio-Bauern mehr Wert auf lange Fruchtfolgen gelegt und auf größere Abstände zwischen den Pflanzen.
Kommen diese Schädlinge auch in meinen Garten?
Wer nur Blumen im Garten hat, muss sich keine Sorgen um Glasflügelzikade und Co. machen. Wenn es dagegen ein kleines Gemüsebeet mit Kartoffeln, Zuckerrüben etc. gibt, kann es sein, dass sich auch mal einer der neuen Schädlinge dahin verirrt.
Weil es dort aber im Vergleich zu den großen Äckern wenig zu holen gibt, ist es eher unüblich. Übrigens: Für den Menschen sind die Bakterien der Glasflügelzikade nach bisherigem Wissensstand nicht gefährlich. Trotzdem sollte betroffenes Gemüse entsorgt werden.
Was bedeuten die vielen Schädlinge für die Verbraucher?
Wenn die Landwirte deutlich mehr in Pestizide investieren müssen oder die Ernte komplett wegfällt wegen der Schädlinge, ist es selbstverständlich möglich, dass die Preise für die Verbraucher steigen. Allerdings waren viele Landwirte bereits im vergangenen Jahr mit ihren Ernten nicht zufrieden. Das wurde laut Bauernpräsident Rukwied nicht an die Verbraucher weitergegeben.
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Bauernpräsident Rukwied hat bereits mehrfach gesagt: Sollten Saisonarbeiter in der Landwirtschaft künftig 15 Euro oder mehr pro Stunde bekommen, hätte das gravierende negative Folgen für die deutsche Landwirtschaft.