Die Schulleitungen in Rheinland-Pfalz sehen sich auch in diesem Jahr am Limit. Das zeigt eine vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) jährlich in Auftrag gegebene Umfrage. 86 Prozent gäben an, die Zeit reiche nicht aus, um die Schulen zukunftssicher zu führen und weiterzuentwickeln, sagte der VBE-Landesvorsitzende Lars Lamowski.
Zwar hätten 80 Prozent angegeben, ihren Beruf gerne oder sehr gerne auszuüben, doch nur 38 Prozent würden ihn auch weiterempfehlen - ein Wert, der sich seit 2021 kaum verbessert habe.
VBE: Eltern fühlen sich oft für Erziehung nicht verantwortlich
Zunehmend belastend sind für die Schulleitungen der Umfrage zufolge auch die Eltern. Fast ein Drittel der befragten Schulleiterinnen und Schulleiter in Rheinland-Pfalz nennt die Arbeit mit den Eltern mittlerweile als eines der größten Probleme an ihrer Schule.
Larmowski sagte, viele Eltern fühlten sich für ihre Kinder nicht mehr verantwortlich, sie sähen den Erziehungsauftrag in der Schule. Dazu passt, dass etwa jede fünfte Schulleitung im Land das Sozialverhalten der Schüler als wachsendes Problem sieht. Der Wert hat sich seit dem vergangenen Jahr fast verdoppelt. Der VBE fordert unter anderem eine bessere personelle Ausstattung. Der Mangel an Lehrkräften, aber auch an Sozialarbeitern sei weiterhin das größte Problem der Schulen.
Der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber (SPD) sagte: "Schulleitungen sind zentral für den Bildungserfolg, weil sie mit ihrem Einsatz und ihrer Haltung Teams stärken und für ein positives Lernklima sorgen." Er nehme aber die Herausforderungen ernst.
Deshalb investiere das Land in Personal, gezielte Fortbildungen und zusätzliche Angebote wie im Startchancen-Programm. "Der Bildungsetat ist auf über sechs Milliarden Euro gewachsen, und die Personalsituation stellt sich auch in diesem Schuljahr gut dar."
Verband fordert mehr Stellen
Der VBE fordert dagegen mehr Leitungszeit, "damit die Schulleitungen Raum bekommen, die Schulen weiterzuentwickeln", und mehr Stunden für die Sekretariatskräfte, um die Schulleitungen von den vielen Verwaltungsaufgaben zu entlasten.
Notwendig seien auch mehr Planstellen für Lehrer und multiprofessionelle Teams an allen Schulen - bestehend aus Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Förderlehrkräften und etwa Logopädie.